09.05.2008

Was wann geschah

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Was wann geschah

1906 Pure Food and Drug Act in den USA. Erster Schritt im Kampf gegen das Kokain.

1909 Konferenz von Schanghai. Die Ideologie des Drogenverbots entsteht.

1912 Konferenz von Den Haag. Die Unterzeichnerstaaten verpflichten sich zur Zusammenarbeit bei der Drogenbekämpfung.

1952–1953 Expertenbericht der WHO. Koka wird als „suchterzeugend“ charakterisiert.

1961 Einheitsabkommen der UNO über Betäubungsmittel. Allgemeines Verbot von Cannabis, Schlafmohn und Koka. Ausgenommen ist die Nutzung für die Pharmaindustrie. Der Anbau von Koka für den „traditionellen“ Konsum in Bolivien und Peru wird für weitere 25 Jahre geduldet. Artikel 27 erlaubt der Firma Coca-Cola die legale Nutzung der nichtpsychotropen Bestandteile der Pflanze.

1971 Konvention des Internationalen Suchtstoffkontrollrats (INCB) über psychotrope Substanzen.

August 1975 Staatsstreich gegen das (linke) Militärregime von General Velasco Alvarado in Peru. Ende der staatlichen Kontrolle in den Anbaugebieten von Koka im Amazonasbecken.

1986 National Security Decision Directive (NSDD) in den USA. Das Gesetz 99/570 ermächtigt US-Beamte, ausländische Polizei- und Militärkräfte, die mit der Durchsetzung des Drogenverbots betraut sind, auszubilden und zu unterstützen.

1987 „Plan Dignidad“ in Bolivien. Präsident General Hugo Banzer stellt die Drogenbekämpfung unter das Motto „Null Koka“.

Dezember 1988 Konvention der UNO gegen den unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln und psychotropen Substanzen. Bolivien, Kolumbien und Peru äußern Vorbehalte gegen die darin zwingend vorgeschriebenen strafrechtlichen Maßnahmen. Die Konvention tritt am 11. November 1990 in Kraft.

1992 Weltausstellung in Sevilla. Bolivien wird untersagt, in seinem Pavillon Branchen zu präsentieren, die sich mit der Verarbeitung von Kokablättern befassen. Präsident Paz Zamora verkündet den Slogan „Koka ist kein Kokain“ und weigert sich, Kokapflanzen zu verbieten. Von den Vereinigten Staaten wird er des Drogenhandels bezichtigt.

1995 Groß angelegte Studie über den Nutzen der Kokapflanze. Bei ihrer Vorlage zur 48. Generalversammlung der WHO protestieren die USA und üben finanziellen Druck aus. Die Studie wird nicht veröffentlicht.

1996 Die peruanische Regierung unter Präsident Alberto Fujimori beginnt wieder mit der Zerstörung von Kokafeldern.

September 1999 „Plan Colombia“. US-Präsident Bill Clinton und der kolumbianische Präsident Andrés Pastrana leiten in die Wege, dass das kolumbianische Militär mit Unterstützung der USA bei der Zerstörung von Kokapflanzungen im „Krieg gegen Drogen“ polizeiliche Aufgaben übernimmt.

2002 Erlass Nummer 26415 in Bolivien. Der Verkauf von Kokablättern wird verboten. Evo Morales steht an der Spitze des Protests gegen das Gesetz und verliert deshalb sein Mandat im Kongress.

2004 Massendemonstrationen der Kokabauern in Peru.

Dezember 2005 Evo Morales wird zum Präsidenten Boliviens gewählt.

März 2008 Der Internationale Suchtstoffkontrollrat drängt die Regierungen Boliviens und Perus, den Export von Kokablättern zu unterbinden.

Le Monde diplomatique vom 09.05.2008