Bolsonaro, das Virus und die Demokratie

In der Pandemie folgt der brasilianische Präsident seinem Vorbild Donald Trump. Er spielt die Gefahr herunter und feuert alle, die zur Vorsicht raten. Gleichzeitig nutzt er den Notstand, um die Institutionen anzugreifen und neue Anhänger zu gewinnen. Aber der Widerstand wächst.

von André Singer

Am 31. Mai verließ Präsident Bolsonaro seinen Amtssitz, um sich auf einem Pferd der Militärpolizei (Polícia Militar, PM) einer Kundgebung gegen den Nationalkongress und den obersten Gerichtshof anzuschließen. Die Legislative und die höchste juristische Instanz des Landes sollten, so die Forderung der Demonstranten auf dem Platz der drei Gewalten, mithilfe des Militärs "auf Linie" gebracht werden. Es war bereits die vierte Demonstration dieser Art, seit die von Bolsonaro heftig kritisierte Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 11. März 2020 Covid-19 zur Pandemie erklärt hatte.
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Luftfahrt in Turbulenzen

Der Airbus-Konzern hat die Streichung von 15.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Dass der Flugzeugbauer europaweit ein Drittel seiner Belegschaft abbauen will, ist eines von vielen Krisensymptomen einer Branche, die nicht nur auf die Corona­pandemie, sondern auch auf den Klimawandel reagieren muss.

von Philippe Descamps

Sie die Bodenmarkierungen, waschen Sie sich regelmäßig die Hände, halten Sie Abstand, oder tragen Sie eine Maske! Im Werk Villemur-sur-Tarn von Safran Electrical & Power hat sich die Belegschaft längst an die neuen Regeln gewöhnt. Hier werden nämlich Flugzeuge verkabelt: Mit der Montage und Verknüpfung von Zehntausenden Metalldrähten entsteht sozusagen das Rückenmark jeder einzelnen Maschine. Diese komplexe Feinarbeit erfordert Spezialisten, die weder aus dem Homeoffice arbeiten können noch durch Maschinen ersetzbar sind.
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Welt in Bewegung

Wird der globale Kapitalismus demnächst aus Peking gesteuert? Wo wachsen die meisten Tomaten? Steht Rotterdam in 70 Jahren unter Wasser? Und was hat Rheinmetall eigentlich in Südafrika verloren? Diesen und vielen anderen Fragen geht der neue Atlas der Globalisierung "Welt in Bewegung" nach.

Mit Beiträgen von Bridget Anderson, Ulrike Herrmann, Manfred Kriener, Niklas Maak, Branko Milanovic, Charlotte Wiedemann und anderen.

Iranische Paradoxien

Offiziell genießt Ajatollah Chamenei unumschränkte Macht, doch auf den Straßen fordern die Menschen seinen Rücktritt. Offiziell ist Iran eine Theokratie, doch im Parlament liegt der Anteil der Geistlichen nur noch bei 6 Prozent. Offiziell herrscht für Frauen Kopftuchpflicht, doch die Mehrheit der Bevölkerung ist dagegen. Offiziell hat der Regisseur Jafar Panahi Berufsverbot, doch er dreht weiter Filme und das staatliche Filmmuseum in Teheran stellt seine internationalen Preise aus. Gebeutelt von Sanktionen, Korruption und Misswirtschaft, gilt Iran trotzdem nicht als failed state, sondern als mächtiger Gegenspieler Israels, Saudi-Arabiens und der USA.

Katajun Amirpur, Amir Hassan Cheheltan, Parastou Forouhar, Navid Kermani, Bahman Nirumand, Charlotte Wiedemann und andere über Iran und seine Widersprüche.

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Unser Redakteur Niels Kadritzke berichtet im Blog "Nachdenken über Griechenland" regelmäßig über die gegenwärtigen Entwicklungen in Hellas.