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Ausgabe vom 10.8.2007

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Metasprache IEML

Ein System der semantischen Adressierung, mit der die Noosphäre (vom altgriechischen nous: Geist, Verstand) als mathematisch explorierbarer Kosmos darstellbar würde, könnte das Problem der Verwaltung der Erkenntnisse lösen, das sich für die Gemeinschaft der Forscher in den Humanwissenschaften stellt.

Unsere Forschungsgruppe hat den Kern eines solchen Systems der universellen semantischen Adressierung entwickelt. Wir haben ihm den Namen Information Economy Meta Language (IEML, www.ieml.org) gegeben. Diese Metasprache wird zwei Anforderungen gleichermaßen gerecht.

Zum einen zielt sie auf Öffnung. Die in IEML formulierten semantischen Adressen können alle natürlichen Sprachen, Klassifikationen und speziellen Theorien übersetzen, von denen keine durch die Metasprache bevorzugt oder ausgeschlossen wird. Da mittlerweile Dokumente aller Epochen und Kulturen in das gemeinsame digitale Gedächtnis einfließen, wird das neue System seine Rolle als Observatorium des intellektuellen Lebens tatsächlich nur dann erfüllen können, wenn es die symbolische Vielfalt vollständig zu integrieren und zu übersetzen gestattet.

Die zweite Anforderung ist eine mathematische. Semantische Adressen eignen sich sehr viel besser als Worte und Ausdrücke der natürlichen Sprachen für eine Reihe von automatischen Operationen - Selektion, Analyse, Synthese, Reihung, Bewertung, Inferenz und Transformation -, die nach den Vorstellungen der Benutzer kombiniert und komplexifiziert werden können. Auf diese Weise lassen sich die neuen Verarbeitungsmöglichkeiten im Cyberspace optimal nutzen. Und auf diese Weise werden die Kommensurabilität der semantischen Universen, die Beobachtung der Noosphäre und die Reflexivität der kollektiven Intelligenz im Cyberspace zumindest theoretisch möglich.

Le Monde diplomatique Nr. 8348 vom 10.8.2007, 54 Zeilen,

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