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Ausgabe vom 11.9.2009

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Meldungen des Monats

Schlechte Nachrichten

Der bekannte Fotoreporter und Dokumentarfilmer Christian Poveda wurde am 3. September in El Salvador ermordet. Der 54-Jährige wurde nördlich der Hauptstadt San Salvador überfallen und durch Kopfschüsse getötet. Sein letzter Film ("La Vida Loca") dokumentierte das Leben von Mitgliedern der "Mara 18", einer der gewalttätigen Jugendbanden, denen in Salvador 3 700 Morde zugeschrieben werden. Die Polizei geht davon aus, dass Poveda von Mitgliedern einer der vielen Maras ermordet wurde, denen in ganz Zentralamerika zehntausende von Jugendlichen angehören.

Die Obrigkeit in Vietnam geht verstärkt gegen Journalisten vor, die kritisch über das Verhältnis des Landes zu China schreiben. Ende August wurden der Onlinejournalist Pham Doan Trang und der Blogger Bui Than Hieu von der Polizei festgenommen. Trang hatte in einem Kommentar für die Onlinewochenzeitung Tuan Vietnam die Rolle Chinas bei der Teilung Vietnams und die chinesischen Ansprüche auf Seegebiete im Südchinesischen Meer kritisiert. Hieu nimmt in seinem Blog die Chinapolitik der vietnamesischen Regierungspartei aufs Korn und hat mehrfach an antichinesischen Demonstrationen teilgenommen. Das polizeiliche Vorgehen zeigt, dass die Regierung in Hanoi den Internetjournalismus als Gefahr für die nationale Sicherheit betrachtet.

Die Regierung in Indien verhindert, dass der Korrespondent für Spiegel Online in Neu-Delhi arbeiten kann. Der deutsche Journalist Hasnain Kazim, der bei Stade aufgewachsen, aber indisch-pakistanischer Abstammung ist, wartet seit April auf sein Visum für Indien. Im November 2008 hatte er von den Anschlägen in Mumbai berichtet. Einige seiner Artikel wurden von Angehörigen der indischen Botschaft in Berlin als "bösartig" und "unvollständig" bewertet. Mangels Visum für Neu-Delhi ist Kazim derzeit gezwungen, von der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aus zu arbeiten.

Gute Nachrichten

Sechs Journalisten, die ein Gericht in Gambia am 6. August 2009 zu je zwei Jahren Gefängnis verurteilt hatte, sind nach vier Wochen Haft wieder auf freiem Fuß. Sie wurden am 3. September von Staatspräsident Jammeh aus Anlass des Ramadan begnadigt. Ihre Strafe bezog sich auf eine Presseerklärung des Journalistenverbands Gambia Press Union. Darin hatten die sechs gefordert, dass der Präsident die Verantwortung für den Mord an dem Journalisten Deyda Hydara von 2004 übernimmt. Die Erklärung hatte das Gericht als "aufrührerische Publikation" gewertet.

Fast drei Jahre nach dem Mord an Anna Politkowskaja wurde vom Obersten Gericht Russlands eine neue Beweisaufnahme angeordnet. Der Beschluss vom 3. September hebt die Entscheidung des Moskauer Militärgerichts vom 7. August auf, das weitere Ermittlungen abgelehnt hatte. Die obersten Richter gaben einem Antrag der Familie der Journalistin statt, die wie viele andere Beobachter stets bemängelt hatte, dass Nachforschungen über die Auftraggeber der Täter unterblieben waren.

Le Monde diplomatique Nr. 8985 vom 11.9.2009, 81 Zeilen,

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