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Ausgabe vom 12.11.2004

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Lobgesang

die erde erzittert für die weißen
die täler brüllen grün
alle berge beben
mächtige nationen sind bestürzt

denn ein kleines land bringt unruhe
wahrlich, ein kleines land windet sich, um aufzubrechen
um die gestalt des menschen neu zu erzählen
um das leben miteinander und voneinander neu zu erzählen
die erde erzittert wirklich /
die erde erzittert wahrlich

ich grüße dich, erde-die-erzittert
ich grüße dich
erd-erschütterer
milchkaffebrauner sohn des ahnen Mandela
kräftig leuchtend farbige haut im hause des Sokhawulela
des bewaffneten Dlomo, des Ngqolomsila
sekretär-vogel, der so groß ist, dass er auf seinen knien läuft /
der so groß ist, dass er das wasser mit seinem schienbein misst
eisenfressendes eisen an der stätte von Ndaba
das beil-das-zweige-von-den-dornen-splittert
das die dunklen orte der dummheit ausrodet
er besucht alle rippen der erde
er regt sich und die welt ist in aufruhr
er sticht wie eine nadel

dieser schöne mann
dieser wunderschöne mann aus dem hause des Mthikrakra
alle gewänder der macht passen ihm
die häuptlingskette und das lendentuch aus weichem leder
alles passt ihm
roter ocker passt ihm, selbst wenn er ihn nicht trägt

aus diesem grund zittern die weißen vor sorge
aus diesem grund kriechen sie auf allen vieren vor angst
er sät wild unter ihnen, er lässt sie schmoren
er verwüstet sie und krempelt sie um

nach Lobgesängen in Xhosa, Zulu, Venda und Sotho
deutsch von Jürgen Brôcan

Le Monde diplomatique Nr. 7512 vom 12.11.2004, 41 Zeilen,

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