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Ausgabe vom 13.2.2004

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Kohlenstoffsenken

ÜBER die Hälfte der Kohlenstoffgase, die bei der Verbrennung der fossilen Brennstoffe Erdöl, Erdgas und Kohle entstehen, werden von den Weltmeeren und den Wäldern absorbiert, die deshalb für die Klimaregulierung eine wichtige Rolle spielen. Entwaldung hingegen steigert den Kohlendioxidausstoß. Aus diesem Grund gelten Wälder und Meere als "Kohlenstoffreduzierer", deren Aufnahmekapazität bei Maßnahmen gegen den Klimawandel mitgerechnet wird. Auf der 9. Klimakonferenz in Mailand im Dezember 2003 beschlossen die 180 Teilnehmerstaaten nun endlich ein Rahmenabkommen zur Wiederaufforstung. Entsprechende Maßnahmen sollen vor allem im Süden ergriffen werden, weil Arbeitskräfte und Grund und Boden hier billiger sind als im Norden. China, Indien und Brasilien sprachen sich allerdings gegen ein allzu restriktives Regelwerk aus, um interessierte Auslandsinvestoren nicht abzuschrecken. Die genauen Modalitäten bleiben also den Empfängerländern überlassen. Es ist zu befürchten, dass industrielle Monokulturen angelegt werden - mit nachteiligen Folgen für die autochthonen Gemeinwesen und für die Biodiversität. Auch die Anpflanzung gentechnisch veränderter Baumsorten, die angeblich mehr Kohlendioxid absorbieren können als herkömmliche Varietäten, wird nicht ausdrücklich ausgeschlossen.

A. S.

Le Monde diplomatique Nr. 7283 vom 13.2.2004, 20 Zeilen, A. S.

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