Der Philosoph Ernst Tugendhat feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag: eine kleine Kostprobe aus seinem großen Werk
LE MONDE diplomatique auf der Leipziger Buchmesse: Veranstaltung zum neuen Atlas der Globalisierung
Atlas der Globalisierung: Der Film
Die nächste Ausgabe von LE MONDE diplomatique erscheint am 09.04.2010 als Beilage der taz und separat am Kiosk ab dem 13.3.
präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.
Jan Kummer ist 1964 in Weimar geboren, gelernter Tischler und beschäftigt sich seit 1981 mit Malerei, Grafik und Musik. Er lebt und arbeitet in Chemnitz. Von 1984 bis 1992 war er Mitglied des Künstlerkollektivs "AG Geige", von dem es etliche Veröffentlichungen auf MC, LP und CD gibt. Auch war er als DJ und Plattenladenbetreiber tätig. Seit 1999 arbeitet er mit Hinterglasmaltechniken, bei denen man den Vordergrund vor dem Hintergrund malt - also genau umgekehrt wie bei einem "normalen" Bild.
Die hier gezeigten Arbeiten sind Eglomisierungen, eine Sonderform der Hinterglasmalerei, bei der auch andere Materialien als Farbe verwendet werden, beispielsweise farbiges Stanniol - es handelt sich also um eine Mischung aus Malerei und Collage. Obwohl sie aus verschiedenen Schichten bestehen, die ihnen Tiefe verleihen, haben die Bilder eine vollkommen glatte Oberfläche. Die Motive erinnern oft an Kinderbücher der 1960er- und 1970er-Jahre, sind aber immer ironisch gebrochen, wirken gleichzeitig eindeutig und rätselhaft. Man sieht sie an und ist amüsiert, weiß aber nicht so recht, warum.
Vom 17. April bis 30. Mai 2010 zeigt der Kunstraum Heiddorf in 19249 Neu Kaliß (Mecklenburg-Vorpommern) Arbeiten von Jan Kummer. Ein Katalog mit dem Titel "Jan Kummer - Atlas der Kunst" ist im Ziegenfeldt Verlag erschienen. Weitere Informationen von der Galerie Borssenanger in Chemnitz: www.uwe-bullmann.de
Wilhelm Werthern
Seine meist kleinformatigen Bilder spielen mit Elementen des Minimalismus und der Abstraktion, sind aber durch ihr Format, die verwendeten Materialien und die Art, wie der Künstler mit der Farbe arbeitet, sehr viel persönlicher und intimer als das, was man gemeinhin mit Minimalismus assoziiert.
Die Arbeiten wirken spielerisch, einladend und poetisch und keineswegs abweisend oder streng. Sie lassen vielfältige Assoziationen zu und irritieren unsere Wahrnehmung, die Grenze zwischen Abstraktion und Repräsentation bleibt verschwommen. Connors benutzt nicht nur Leinwand als Bildträger, sondern auch alltäglichere Stoffe - so bespannt er beispielsweise auch mal einen Keilrahmen mit Hemdstoff oder dem Stoff, an dem er seinen Pinsel abgewischt oder Farben getestet hat. Zudem bezieht er oft den Rahmen mit ein, so dass die Arbeiten objekthaft beziehungsweise fast bildhauerisch werden.
Matt Connors ist 1973 geboren. Er lebt und arbeitet zurzeit in Los Angeles. Für die Abbildungen danken wir der Galerie Lüttgenmeijer.
Wilhelm Werthern
Obwohl die 1970 in Schneeberg geborene Künstlerin abstrakt malt, lassen ihre Bilder durchaus konkrete Assoziationen zu. So denkt man bei einigen der sehr offenen und trotz ihrer Größe erstaunlich leichten Kompositionen, deren Farben von ihren langen Aufenthalten im Burgund inspiriert sind, nicht nur an Tanz, sondern auch an Blumensträuße oder Felder. Aber auch die formal dichteren Werke sind trotz ihrer Kraft nie wuchtig. Immer wieder begegnet uns auf ihren Bildern auch Schrift, die sich jedoch meist nur halb oder gar nicht entschlüsseln lässt. Diese Arbeiten sind eher emotional und sinnlich zu verstehen - die Künstlerin erklärt dazu, sie wolle eine Bildsprache entwickeln, für das, was durch die "Wortsprache" nicht auszudrücken sei. Es geht ihr dabei auch immer um den malerischen Prozess, der sich in den unterschiedlichen Schichten und expressiven Pinselstrichen gut nachvollziehen lässt. Ulrike Seyboth wird durch die Galerie Läkemäker Johannes Zielke (www.laekemaeker.com) vertreten. Wilhelm Werthern
ist 1974 in Freiburg im Breisgau geboren und hat in Düsseldorf studiert. Als eine der wenigen Malerinnen nahm sie an der letzten Documenta teil. In ihrer Malerei verknüpft sie heterogene und disparate Elemente - malt beispielsweise einen Busen, der scheinbar aus der aufgetrennten und wieder zugenähten Leinwand kommt. Ihr Bilder lassen an den Surrealismus denken, aber auch an Pop-Art und sogar an die Romantik. Zwischen den Bildelementen scheint kein offensichtlich sinnhafter Zusammenhang zu bestehen. Monika Baer versteht ihre Bilder aber nicht als Illustrationen von Ideen; vielmehr geht es ihr um Grenzen und Brüche. In ihren jüngsten Bildern hat sich die Leinwand buchstäblich geöffnet: Sie wird zerschnitten und manchmal auch wieder zusammengenäht, manchmal auch nicht, so dass der Keilrahmen sichtbar wird. Ihre Arbeiten sind noch bis zum 19. Dezember in der Galerie Barbara Weiss, Berlin zu sehen. Wir danken der Galerie Barbara Weiss für die Abbildungen.
www.galeriebarbaraweiss.de
Wilhelm Werthern
ist 1975 in Stuttgart geboren; sie lebt und schafft in Berlin. Ihre Fotografie wirkt einerseits lapidar, andererseits inszeniert - es geht ihr nicht um das Dokumentarische, sondern sie zeigt arrangierte Abbilder der Wirklichkeit, wobei die Darstellungen oft schwer einzuordnen sind und rätselhaft wirken. In ihrer konzeptuellen Fotografie greift sie die Konventionen von Genres wie Stillleben, Porträt und Werbefotografie auf und durchbricht sie gleichzeitig. Über die Kontexte der Bilder erfährt man nichts, es lassen sich aber vielfältige Assoziationen und kunsthistorische Referenzen herausarbeiten. Annette Kelm war auf der Shortlist für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst. Bis zum 3. Januar 2010 sind ihre Arbeiten in der Preisträgerausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen. Für das Bildmaterial danken wir der Galerie Johann König, Berlin. www.johannkoenig.de Wilhelm Werthern
Der Fotograf ist 1975 im Iran geboren, hat an der HAW Hamburg studiert und lebt jetzt in Berlin. Moradi arbeitet hauptsächlich konzeptionell. Er inszeniert in seinen Fotografien Geschichten nach, die er gehört hat - und zwar mit ihren Erzählern. Er ist also Zuhörer und Erzähler, Fotograf und Regisseur in einem. Das Inszenierte der Arbeiten wird herausgestellt (man denkt unwillkürlich an Filmstills), und doch wirken sie irritierend authentisch. Zudem haben sie oft etwas Rätselhaftes, da die Geschichten über die Bilder hinaus nicht erklärt werden - es bleibt also den Betrachtern überlassen, sich die Erzählungen selbst auszumalen. Nur die Titel der Serien geben einen Hinweis: Die Serie "1979" zeigt die Geschichten vieler Familienmitglieder während der iranischen Revolution von 1979 und des anschließenden Irak-Iran-Kriegs, und "Ich werde deutsch" (von einem Stipendium der VG Bild-Kunst unterstützt) erzählt von Immigranten in Deutschland. Vom 12. 9. bis 31. 10. zeigt die Robert Morat Galerie (www.robertmorat.de) in Hamburg Arbeiten aus beiden Serien. www.maziar-moradi.de. Wilhelm Werthern
geboren 1968 in England, studierte in London und Düsseldorf und lebt in Berlin. Vor einiger Zeit hat er als Fremdenführer in Oberbayern gearbeitet und sich dort von Postkarten inspirieren lassen. Seine Malerei hat ihren ganz eigenen Blick auf Deutschland. Dazu gehört auch das Interesse an Märchen und dem Wald als romantisch konnotiertem Ort. Seine Bilder, die oft Kinder und Jugendliche darstellen, besitzen bei allem Humor ein unheimliches Moment, zumal sie nicht selten mit Tod, Drogen und Halluzinationen zu tun haben. Ab 25. August ist seine Ausstellung "Postcards from the Edge" im Düsseldorfer Malkasten zu sehen, und im Oktober zeigt Lehr Zeitgenössische Kunst in Köln "Tales of Trust".
www.christopher-winter.com Wilhelm Werthern
Der Bildhauer und Maler Marcus Weber lebt und arbeitet in Berlin. In seiner Malerei, die den Vielleser verrät, mischt er Realistisches mit Fantastischem und Groteskem. In jüngster Zeit ist der Kreuzberger Kiez rund ums Kottbusser Tor immer wieder Gegenstand seiner Malerei. Zu Marcus Webers künstlerischer Arbeit gehört auch seine Tätigkeit als Kurator: Bis zum 18. Juli ist die Gruppenausstellung "Pamphile Show" in Lena Zieses Berliner Ausstellungsraum Jet (www.j-e-t.org/?aktuell) zu sehen, an der auch die beiden Kuratoren Marcus Weber und Gunter Reski mit zwei eigenen Arbeiten vertreten sind. Für die Abbildungen danken wir dem Künstler. www.mw3000.de.
Wilhelm Werthern
geboren 1966 in Leipzig, absolvierte eine Ausbildung zur Stuckateurin, bevor sie ab 1986 in Leipzig Malerei studierte. Nach Aufenthalten in Kairo und Chicago lebt und arbeitet sie seit 1999 in Berlin.
Wir zeigen Bilder, die in den letzten Jahren entstanden sind - Ölmalerei, Ornamentik, Stillleben. Dornis setzt sich mit diesen Gattungen ironisch auseinander: Das Obst, klassischer Gegenstand von Stillleben, kann bei ihr durchaus noch in Folie verpackt sein, und ebenso malt sie - oft erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennbar und gänzlich unklassisch - lakonische Stillleben von Unterwäsche oder Badelatschen, von Dingen also, die sie in ihrer unmittelbaren Umgebung findet. Es geht ihr dabei um den genauen Blick, die Stofflichkeit ihrer Gegenstände und das Ausloten der Möglichkeiten von Malerei. Damit erteilt sie der großen malerischen Geste eine Absage.
Für die Abbildungen danken wir der Künstlerin.
www.ulrikedornis.de
Wilhelm Werthern
Der finnische Fotograf Ola Kolehmainen gehört zu den wichtigsten Repräsentanten der Helsinki School. Er fotografiert Gebäude und ist doch kein klassischer Architekturfotograf. Vielmehr hinterfragt er mit seinen Fotos, was und wie wir sehen. So ist auf den ersten Blick das Verhältnis von Zwei- und Dreidimensionalität unklar. Je länger man seine großformatigen Arbeiten betrachtet, desto mehr entdeckt man. Sein künstlerischer Ausgangspunkt ist der Minimalismus: "Minimalismus ist meine große Liebe. Ich überführe Raum in die Fläche, damit aus ihr schließlich wieder Raum wird." Aber er geht weit darüber hinaus, integriert in seine Arbeiten auch die Umgebung, oft als Spiegelung; und wenn etwa Pflanzen oder Vögel mitfotografiert werden, hat dies durchaus Witz.
Bis zum 25. Mai hängen seine Arbeiten in der Ausstellung "Auf der Spitze des Eisbergs" im Kunstmuseum Wolfsburg. Am 29. Mai wird eine Einzelausstellung im Nationalen Fotomuseum Kopenhagen eröffnet. Für die Abbildungen danken wir dem Künstler. www.helsinkischool.fi/ Wilhelm Werthern
ist das Berliner Künstlerduo Nikolai von Rosen, geboren 1967, und Florian Wojnar, geboren 1972. Die hier vorgestellten Collagen aus dem Künstlerbuch "FUTURE7, eine Collage", das im April 2009 bei Argobooks erscheint, stammen hauptsächlich aus dem Projekt "Kollektor" und machen einen wichtigen Aspekt ihrer Arbeitsweise deutlich: Es geht ihnen immer wieder um die Entmystifizierung der Figur des Künstlers - die Arbeiten sind immer das Ergebnis der Zusammenarbeit des Duos mit vielen anderen und der Auseinandersetzung mit der (Kunst-)Welt.
Ihr Begriff der künstlerischen Praxis ist sehr weit gefasst, sie malen, zeichnen und collagieren, machen aber auch Bücher, lehren, kuratieren und sammeln - und daraus wiederum ergab sich ein Interesse an anderen Sammlungen, die sie als Kuratoren in ihrem Projektraum ausstellten. Diese Inszenierungen wollten sie wiederum als eigenständige Kunstwerke und Porträts der Sammler beziehungsweise Sammlungen verstanden wissen. Deshalb sind in ihren höchst vielschichtigen Arbeiten ganz selbstverständlich viele Werke anderer Künstler integriert: www.future7.de.
Wilhelm Werthern
1965 in Frankfurt am Main geboren, Professorin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, macht Zeichnungen, Collagen und Filme. Ihre Zeichnungen wirken wie rasch hingeworfene Skizzen oder Notizen, sie sind spielerisch, lakonisch und sehr komisch. Viele sind bearbeitete, manche auch unbearbeitete Fundstücke aus Werbung und gängiger Unterhaltung: Alltagsmüll, den sie in neue überraschende Kontexte stellt, die seine Banalität schockartig entlarven. Dabei sind die Arbeiten keineswegs oberflächlich; vielmehr verweisen sie auf Philosophie, Psychologie und Kunsttheorie, aber sie sind eben nie bierernst.
Bis zum 17. April 2009 sind ihre Zeichnungen und Filme in der Berliner Galerie und Buchhandlung Barbara Wien zu sehen, der wir für die Abbildungen danken (www.barbarawien.de).
Wilhelm Werthern
Ihre meist großformatigen Bilder zeigen traumähnliche Welten. Der monochrome Hintergrund wird durch Stoffe, Tapeten und Möbel strukturiert, dazu kommen Vögel, Mäuse, Würmer und Insekten. Die unklare Perspektive und die Flächigkeit der Bilder lassen an Kinderbuchillustrationen denken, ebenso an Surrealismus (als Parodie?) und die frühe Moderne. Die Bilder der 1969 geborenen Malerin erzählen Geschichten, die rätselhaft bleiben. Es ist uns überlassen, uns darin zurechtzufinden und sie zu entschlüsseln.
Bis zum 14. März sind ihre Bilder und Installationen in der Berliner Galerie September zu sehen und vom 30. April bis 17. Mai im Künstlerhaus Bethanien in Berlin. Für die Abbildungen danken wir der Galerie September.
Wilhelm Werthern
Der 1970 geborene Fotograf lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten, oft in Gruppen zusammengefasst, zeugen von einem sehr genauen Blick für den gesellschaftlichen Alltag und immer wieder auch von einem Sinn für Komik. Er legt sich in der Auswahl seiner Motive keine Beschränkungen auf, doch selbst in den Fotos, die keine Personen zeigen, steht der Mensch im Mittelpunkt. Man fragt sich beispielsweise bei den lakonischen Architekturfotografien, wer wohl an diesen Orten lebt. Feists Kompositionen sind von der klassischen Fotografie beeinflusst (er verweist auf Elliot Erwitt), aber er entwickelt seine ganz eigene Bildsprache. Verblüffenderweise sind auch seine Gruppenbilder, die oft bis ins Detail inszeniert wirken, tatsächlich Momentaufnahmen. Es komme eben auf den richtigen Augenblick an. Fotografieren habe viel mit Nichtfotografieren zu tun, erklärt der Künstler. www.oliverfeist.de
Wilhelm Werthern
Die Bilder des jungen Malers, der 1981 in Paide (Estland) geboren ist und in Dresden lebt und arbeitet, machen auf den ersten Blick einen kindlichen, ja harmlosen Eindruck. Doch wird man schnell gezwungen sein, die erste Wahrnehmung kritisch zu hinterfragen. Sieht man genauer hin, entfaltet diese symbolisch aufgeladene Malerei eine rätselhafte, geradezu verstörende Wirkung.
Wie ist die Obsession des Künstlers mit Socken zu deuten, bei denen der linke meist ein Loch hat? Wie soll man die durchtrennten Körper und abgetrennten Gliedmaßen interpretieren? Warum erscheinen die grotesken Figuren alle so einsam? In seinen Bilderfindungen benutzt der Künstler Versatzstücke aus Comics und Popkultur, auch zahlreiche Verweise auf die Kunstgeschichte lassen sich finden. Ebenso assoziiert man auch die grellen Bildwelten Jeff Koons, nur sind bei den bunten Figuren von Paul Pretzer das Grauen und der Abgrund nie weit.
Für die Abbildungen danken wir der Galerie Hamish Morrison, Berlin: www.hamishmorrison.com
Wilhelm Werthern
Die Kunst dieses Malers ist vor allem eine Kunst des Weglassens. Die Bildelemente sind auf sparsamste Weise angedeutet: Einige wenige Linien und Farbflächen, und doch sieht man als Betrachter ungeheuer viel. Dies trifft paradoxerweise vor allem auf die Porträts zu. Die reduzierten Bilder bewegen sich auf einer feinen Linie zwischen Abstraktion und Figuration und lassen viel Raum für eigene Vorstellungen. Diese Malerei ist nicht nur Darstellung - die Abbildung bezieht sich nicht auf die gegenständliche Welt -, sondern auch Nachdenken über Malerei: Der Künstler spricht manchmal sogar von "Kopieren" und orientiert sich an Vorlagen vor allem aus dem 19. Jahrhundert. Daher wirken seine Bilder auf eigentümliche Art vertraut.
Michael van Ofen ist 1956 in Essen geboren, er lebt und arbeitet in Düsseldorf. Bis zum 29. November zeigt die Johnen Galerie in Berlin seine Arbeiten. Für die Abbildungen danken wir der Galerie Sies + Höke in Düsseldorf: www.sieshoeke.com Wilhelm Werthern
ist 1969 in Freiburg (Schweiz) geboren und befasst sich hauptsächlich mit Video- und Computerinstallationen. Er filmt sein Bildmaterial in Alltagssituationen, löst die bewegten Bilder aus ihrem Zusammenhang und montiert sie dann auf dem Computer neu. Das Ergebnis sind deutlich konstruierte, geradezu hyperrealistische Wirklichkeiten.
Die Figuren in seinen interaktiven Installationen bewegen sich und kommen nicht vom Fleck, gehen aufeinander zu und bleiben doch einsam, was eine melancholische Komik erzeugt. In den Loops sind sie in ihrem Alltagstrott gefangen. Das Surreale und Absurde lässt an Beckett oder Marthaler denken.
Aerschmann hat in Basel und Bern studiert und lebt und arbeitet in Bern. Als Teil des Europäischen Monats der Fotografie sind seine Arbeiten ab 2. November in der Berlinischen Galerie in Berlin zu sehen.
www.aerschmann.ch Abbildungen: Courtesy Galerie Anne de Villepoix, Paris. Wilhelm Werthern
Auf den oft grell-bunten Malereien des in Berlin lebenden niederländischen Künstlers Ronald de Bloeme (geboren 1971) kommen uns immer wieder Elemente bekannt vor, ohne dass wir sie sofort zuordnen könnten. Das kann verunsichern. Bei einem roten Stern mag man zuerst an die Fahne eines kommunistischen Landes denken, bevor man ihn als Logo einer Biermarke erkennt. Verpackungen und Logos (Amtrak, Zigarettenmarken et cetera) aus der alltäglichen Warenwelt werden manipuliert zu quasi abstrakter Malerei. Der Maler eignet sich an, was er sieht, und bezeichnet sich selbst als "visuellen Piraten". Die gemalten Collagen lassen auch an Architektur, Strichcodes, Fernsehtestbilder und Zensurbalken denken. Die meist großen Formate entfalten ihre volle Wirkung erst, wenn man vor ihnen steht. Bis zum 13. Oktober sind Arbeiten von de Bloeme in der Berlinischen Galerie in Berlin zu sehen. Für die Abbildungen danken wir der Hamish Morrison Galerie, wo de Bloeme ab dem 5. September in der Gruppenausstellung "Edges of Darknesss" vertreten ist. www.hamishmorrison.com Wilhelm Werthern
Rosa Lachenmeier bringt in ihren Arbeiten Fotografie und Malerei zusammen, ein Vorgehen, das die Schweizer Künstlerin als "Oszillieren" zwischen den beiden Medien bezeichnet. Dabei dient die Fotografie nicht einfach als Vorlage oder Untergrund. Die Übergänge zwischen Fotografie und Malerei sind häufig gar nicht so einfach zu erkennen. Die Grenze zwischen Konkretem und Abstraktion verwischt. Und es geht oft um das Unterwegssein. So entstehen Bilder, die sowohl Ruhe als auch Dynamik ausstrahlen.
Vom 8. bis 17. August sind ihre Arbeiten in der Gruppenausstellung Subkulinaria an der Deutzer Brücke in Köln zu sehen (www.subkulinaria.de). Für die Abbildungen danken wir der Künstlerin. Weitere Informationen unter http://rosa.lachenmeier.net. Wilhelm Werthern
In ihrer Kunst setzt sich Wiebke Bartsch mit dem Alltag auseinander, und so arbeitet sie mit Alltagsmaterialien. Was zuerst niedlich erscheint, wird beim genaueren Hinsehen abgründig: Das gescheitelte Kind auf einer Schaukel wirkt alt und hoffnungslos ("Melancholie"), ein Mädchen sitzt wartend auf einer Theke, wird aber wohl nie abgeholt ("Pompons"). Das kahlköpfige, verkniffene Kind hat einen Teppichklopfer bei sich ("Kind"). Alle strahlen Hilflosigkeit, Verlorenheit, Einsamkeit aus. Die enge Mutter-Kind-Beziehung gerät zum Albtraum, oder die Frau wird einerseits auf ihre Aufgabe als Milchgeberin reduziert, bedient aber gleichzeitig mit ihren schwarzen Puschenpantoffeln biederste Erotikvorstellungen ("Milch-traum"). Beim Betrachten dieser Arbeiten schaudert es einen, und man muss lachen. Das Lachen allerdings bleibt im Hals stecken. Ausstellung vom 13. April bis 30. August in der Galerie Egbert Baqué Contemporary Art in Berlin.
www.berlin-contemporary-art.com Wilhelm Werthern
wurde 1962 in Warschau geboren. Zuerst hat er Veterinärmedizin studiert, ist dann aber 1989 nach Frankreich gezogen, um in Lyon und Paris Kunst zu studieren. Er lebt und arbeitet in Paris und Warschau. Sein Blick auf die eigene Heimat ist also ebenso von Vertrautheit wie von einer Außenperspektive geprägt.
Adach malt nach fotografischen Vorlagen und benutzt seine Digitalkamera wie ein einfaches Skizzenbuch, verwendet aber auch Bilder aus Familienalben, Büchern und Zeitschriften, die er oft auf Flohmärkten entdeckt. Auch dadurch entsteht die kühle Distanz, die seine Malerei auszeichnet. Als vorzüglicher Beobachter der Gesellschaft setzt er sich auch mit der Geschichte Polens auseinander und reflektiert die rasanten Veränderungen und Schwierigkeiten des Landes in seinen Bildern - vom problematischen Umgang mit der Vergangenheit bis hin zum erstarkenden Nationalismus und der Verunsicherung in einer Zeit des Wandels.
Für die Abbildungen danken wir der Galerie Arndt & Partner, Berlin/Zürich (www.arndt-partner.com). Wilhelm Werthern
Frank Nitsche wurde 1964 in Görlitz geboren. Von 1988 bis 1995 hat er an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden studiert. Er sammelt seit Jahren Fotos aus Zeitschriften und Magazinen und nutzt dieses Archiv als Inspirationsquelle für seine abstrakten Arbeiten - er zitiert die Aufnahmen und übersetzt sie in eine eigene Formensprache.
Seine Bilder wecken Assoziationen an avantgardistische oder utopische Architektur. Sie wirken gleichzeitig ernst und komisch: Man denkt an Räume mit schiefen Böden, absurde Flugkörper, Zugfenster, Landschaften, Matroschkas oder Klettergerüste. Die Titel - stets eine Kombination aus Zahlen und Ziffern - sind nicht dechiffrierbar und verhindern jede Festlegung auf eine bestimmte Interpretation. So bleiben die Bilder höchst suggestiv und überlassen es dem Betrachter, sie zu deuten - oder eben auch nicht.
Frank Nitsche lebt und arbeitet in Berlin. Bis zum 14. Juni sind seine neuesten Arbeiten in der Galerie Max Hetzler in Berlin zu sehen. Für die Abbildungen danken wir der Galerie Gebrüder Lehmann, Dresden und Berlin (www.galerie-gebr-lehmann.de) (S. 3, 20) und der Galerie Max Hetzler, Berlin (www.maxhetzler.com) (S. 1, 10, 11, 21).
Wilhelm Werthern
ist 1970 in Saalfelden, Österreich, geboren, hat in Wien, Berlin und London studiert und lebt in Berlin. Seine Zeichnungen und Malereien wirken wie Porträts. Doch sie stellen eher Typen dar, die zu kennen man oft das Gefühl hat. Vor allem sind sie Projektionsflächen für den Betrachter, ohne jedoch oberflächlich zu wirken. Trotz ihrer scheinbaren Altmeisterlichkeit - sie erinnern manchmal an Porträts oder anatomische Zeichnungen der Renaissance - sind sie absolut zeitgenössisch.
Bis zum 15. April sind seine Arbeiten noch im "Studio, Sassa Trülzsch" in Berlin zu sehen, außerdem in der Ausstellung "Menschen und Orte" im Kunstverein Konstanz (bis zum 29. Juni) und im Österreichischen Kulturform Berlin (vom 28. April bis 30. Mai).
www.sassatruelzsch.com
Wilhelm Werthern
Urszula Martini ist 1955 in Danzig geboren, im Rheinland aufgewachsen und hat in Düsseldorf Fotografie und Grafikdesign studiert. Ihre Architekturfotografien sind von formaler Strenge, ihr Gefühl für außergewöhnliche Perspektiven und ihre Bildausschnitte ermuntern den Betrachter, sich auch auf Altbekanntes neu einzulassen. Ihre Bilder sind voller Bezüge auf die Fotografiegeschichte, so fühlt man sich beispielsweise oft an die ungarische Avantgardefotografie erinnert. Ihre Berlinaufnahmen bezeugen die Schönheit auch solcher Bauten, die man allzu leicht als faschistische Architektur abtut. Dabei sind auch sie ästhetischer Ausdruck der Moderne. Für die Abbildungen danken wir der Künstlerin und der Galerie Anna Augstein Fine Arts, Berlin: www.augstein-finearts.com. Wilhelm Werthern
ist 1964 in Berlin geboren und arbeitet in Manker und Berlin. Sein Werk ist ungeheuer vielseitig und umfasst Zeichnungen, Fotografie, Video, Musik, Malerei, Bildhauerei, Collage und ganze Interieurs, die er dann wiederum auch malt. Es geht ihm um eine Art von Gesamtkunstwerk. Dafür bedient er sich frei in der gesamten Kunstgeschichte, vermischt die unterschiedlichsten Stile und zitiert dabei auch häufig sich selbst. Anhand von Brüchen und Gegensätzen reflektiert er so die Geschichte der Malerei und seine eigene Geschichte und nimmt witzig, höchst ironisch und ausgesprochen kritisch ein bürgerliches Kunstverständnis aufs Korn.
Am 1. März 2008 wird eine umfangreiche Ausstellung seiner Werke in der Galerie Arndt & Partner in Berlin eröffnet, die bis zum 19. April 2008 zu sehen ist. Für die Abbildungen danken wir dem Künstler und der Galerie Arndt & Partner, Zürich/Berlin.
www.arndt-partner.com
Wilhelm Werthern
Tal R ist 1967 in Israel geboren. Er hat an der Billedskolen und an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen studiert, wo er auch lebt und arbeitet.
Seine Kunst macht auf den ersten Blick gute Laune und erinnert an Bilder von Kindern. Die großen Farbflächen und die Collagentechnik verstärken diesen Eindruck noch, ebenso wie das Ornamentale und auch die Einbeziehung der Rahmen, die oft ebenfalls bemalt sind. Dabei haben viele seiner Werke etwas Rätselhaftes - man weiß oft nicht recht, worum es eigentlich geht, fühlt sich eingeladen, mit einem offenen, assoziativen Blick an die Bilder heranzugehen.
Vom 20. Januar bis zum 6. April sind Arbeiten von Tal R im Bonnefantenmuseum in Maastricht zu sehen.
Für die Abbildungen danken wir der Galerie Contemporary Fine Arts, Berlin.
www.cfa-berlin.de
Wilhelm Werthern
ist 1970 in Starnberg geboren und hat in San Francisco, Glasgow und New York studiert. Sie malt vorwiegend Menschen. Ihre Modelle sucht sie per Kleinanzeige oder über Aushänge an Schulen. Entstanden sind so Werkgruppen wie "Mauerpark", "Horst" und "Boys", in echter Zusammenarbeit zwischen Modellen und Malerin, die oft sehr langfristig ist: Bei "Horst" dauerte sie mehrere Jahre. Die Bilder entstehen in unterschiedlichen Situationen, von Skizzen in der Natur bis hin zu sorgfältigen Porträts im Atelier, in denen die Dargestellten viel von sich preisgeben, ohne vorgeführt zu werden.
Ausstellungen: ab 17. Januar bei "Apartment" in Manchester, 16. März bis 29. Juni Gruppenausstellung im Kunstverein Konstanz. Abbildungen courtesy of Axel Lapp Projects, Berlin. www.nikolairmer.com
Wilhelm Werthern
Der chinesische Künstler Chi Peng ist 1981 in Yantai (Provinz Shandong) geboren. Von 2001 bis 2005 studierte er an der Central Academy of Fine Arts in Peking. In seinen surrealistisch anmutenden digital bearbeiteten Fotografien erscheint er meist selbst - multipliziert nackt durch die Stadt rennend, libellenartig fliegend, in den jüngsten Arbeiten von 2007 verkleidet und geschminkt als König der Affen aus dem Epos "Reise nach Westen". Bei den Arbeiten aus der Serie "Sprinting Forward" bleibt durchaus unklar, ob die Männer fliehen oder vielmehr optimistisch in eine neue Zukunft laufen. Auf jeden Fall ist es ein Bruch mit der Vergangenheit und eine durchaus kritische Auseinandersetzung mit dem modernen China, wobei auch tabuisierte Themen wie Homosexualität ("I Fuck Me") nicht ausgespart werden. Besonders reizvoll sind seine oft ungewöhnlichen Formate, die an klassische chinesische Bildrollen erinnern.
Für die Abbildungen danken wir Alexander Ochs Galleries Berlin / Beijing: www.alexanderochs-galleries.de
Wilhelm Werthern
Kunst ist auch Arbeit - das wird in den Holzschnitten von Matthias Mansen, 1958 geboren und in Berlin lebend, besonders deutlich. Dazu gehört auch, dass man den Bildern das verwendete Material durchaus ansieht: die Maserung des Holzes wie auch die Spuren des Werkzeugs. Seit über zwanzig Jahren konzentriert Mansen sich ausschließlich auf den Holzschnitt, der es ihm ermöglicht, die Entwicklung eines Bildes transparent zu machen - im Gegensatz zur Malerei, wo übermalte Flächen eben nicht mehr sichtbar sind. Mansen arbeitet dabei oft nach dem Prinzip der Collage. So ist "Seestück 5" (Seite 12) durchaus eine eigenständige Arbeit, taucht aber dann auch als Teil von "Badende" (Seite 13) wieder auf. Noch deutlicher wird das Prinzip in der Serie "Badezimmer" (Seite 4 und 5): Zuerst sehen wir das leere Bad, aber dann werden immer mehr Tätigkeiten gezeigt, ohne dass die Serie dabei auf narrative Elemente beschränkt bleibt.
Mansens Arbeiten sind noch bis 4. No- vember 2007 in den Kunstsammlungen Chemnitz und bis 10. November 2007 in der Galerie Schlichtenmaier im Schloss Dätzingen in Grafenau zu sehen, anschließend in der Galerie Werner Klein in Köln.
www.matthiasmansen.com Wilhelm Werthern
ist zwar vor allem Bildhauerin, behaut aber keine Steine. Stattdessen zeichnet, klebt, näht und bastelt sie, und das Ergebnis sind wunderbar subversive Skulpturen und Installationen, deren hintersinniger und nicht selten bösartiger Witz, der auch viel mit Sprache zu tun hat, sich meist erst bei genauerer Betrachtung erschließt. Ihre Arbeiten sind oft spielerisch, aber nie verspielt. Auf gänzlich unaufdringliche Weise ist das, was man neudeutsch Gender-Fragen nennt, ein Schwerpunkt ihres Interesses - bei den hier gezeigten hoch aufgerichteten Krawatten ist das besonders klar, aber auch in ihrer Arbeitsweise und ihrer Materialauswahl: falsche Wimpern, Nagellack, Putzeimer und Ähnliches. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Basel und Berlin. www.schmiga.de Wilhelm Werthern
Der Fotograf Claus Goedicke, 1966 geboren, inszenierte und fotografierte in den Neunzigerjahren Obst, Gemüse und Plastikbehälter. Seine neuesten Arbeiten sind Tapeten, in denen Körperteile dekorative Muster bilden; dahinter sind alle möglichen anderen Bilder zu sehen, deren Herkunft unklar ist. Einige scheinen Familienfotos zu sein, andere stammen offensichtlich aus Zeitschriften, wieder andere wirken wie Fundstücke. Dabei wird unsere Wahrnehmung auf die Probe gestellt: Das Vergnügen an den schönen Mustern mischt sich mitunter mit einem mulmigen Gefühl, wenn wir erkennen, woraus sie bestehen. Weitere Informationen bei der Galerie Fiedler Contemporary in Köln unter: www. ulrichfiedler.de Wilhelm Werthern
1970 in Limburg geboren, malt Menschen, und doch sind seine Bilder keine Porträts. Sie entstehen nach Vorlagen: Bildern aus dem Familienalbum, aber auch Filmstills. Die Figuren sind allein gestellt, aus dem Zusammenhang gerissen, und meist blicken sie weder den Betrachter noch, im Fall der Paarbilder, einander an. Die gelegentlich unklare Perspektive, der fehlende Kontext (auch die Titel helfen hier nicht weiter) und die oft nur angedeuteten Gesichter geben den Bildern etwas Rätselhaftes, das den Betrachter nicht so schnell wieder loslässt. Anfang 2008 findet eine umfangreiche Ausstellung von Axel Geis' Bildern in der Kunsthalle Mannheim statt. Für die Abbildungen danken wir der Galerie Jan Wentrup, Berlin.
www.janwentrup.de Wilhelm Werthern
1959 in Caracas, Venezuela geboren, ist ein besonders vielseitiger Künstler: Sein Werk umfasst Collagen, Skulpturen, Fotografien und Wandmalereien. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Gattungen sind dabei fließend; so enthalten die Collagen oft Malerei, und oft haben sie etwas dreidimensionales, fast bildhauerisches, da die Schichten, aus denen sie bestehen, sichtbar bleiben.
Herreras großes Thema ist die Abstraktion, der aber immer konkrete Formen, oft auch aus der Popkultur, zugrunde liegen. Seine Arbeiten entwickeln einen starken Sog, lehren uns das Schauen, verschließen sich aber jeder offensichtlichen Interpretation. Herrera lebt und arbeitet in New York und Berlin. Abbildungen des Künstlers mit Genehmigung der Galerie Max Hetzler, Berlin, und der Sikkema & Jenkins Gallery, New York. Weitere Informationen unter: www.maxhetzler.com Wilhelm Werthern
Der Spanier Juan Uslé, geboren 1954 in Santander, ist sowohl Maler als auch Fotograf. In seiner abstrakten Malerei sind immer wieder konkrete Elemente zu finden, und in seiner Fotografie wird der Blick des Malers sehr deutlich. Seine Wahrnehmung ist immer geprägt von seinem malerischen Denken in Flächen, Farben und Mustern. In der Malerei sind räumliche Perspektiven angedeutet und verschwinden dann wieder. Die oft leuchtenden Farben und abstrakten Formen schaffen eine eigene poetische Sprache. Uslé lebt und arbeitet in New York und Nordspanien. Vom 12. Mai bis zum 30. Juni ist seine Malerei in einer Ausstellung in der Galerie Thomas Schulte in Berlin zu sehen. Die Vernissage ist am 11. Mai.
www.galeriethomaschulte.de
Wilhelm Werthern
geboren 1973 in Stade und ausgebildet in Norddeutschland und Norwegen, beschäftigt sich ausschließlich mit Malerei auf Papier. Ihre lakonisch und sehr androgyn wirkenden Porträts, die den Betrachter oft direkt anblicken und dabei fast abwesend zu sein scheinen, wirken auf sehr entspannte und doch beunruhigende Weise erotisch. Trotz der meist sehr großen Formate ist diese Malerei nie wuchtig. Ihre Landschaftsbilder sind sogar so zart, dass sie im Zeitungsdruck nicht ihre Wirkung entfalten können und deshalb hier nicht zu sehen sind.
Wilhelm Werthern
Der 1966 in Cloppenburg geborene und jetzt in Düsseldorf lebende Fotograf Laurenz Berges zeigt verlassene Räume und Orte. Zu sehen sind auf seinen Fotografien die Spuren der Menschen, die in diesen Räumen gelebt haben - seien es nun Soldaten in den einstigen Kasernen der Roten Armee in Ostdeutschland oder Dorfbewohner in Nordrhein-Westfalen, die wegen des Braunkohletagebaus ihre Häuser verlassen mussten.
Berges' Fotografien fordern und belohnen den genauen Blick. Besonders deutlich ist das beim Bild auf Seite 1 dieser Ausgabe: Erst beim genauen Hinsehen wird klar, dass dies keineswegs eine Winterlandschaft mit mediterranem Himmel ist. Wer sich auf diese reduzierten Bilder einlässt, macht alle möglichen Entdeckungen - und malt sich aus, wie die Menschen in diesen Räumen gelebt haben.
Noch bis zum 7. April sind seine Fotografien in der Galerie Wilma Tolksdorf, Berlin zu sehen.
www.wilmatolksdorf.de Wilhelm Werthern
Henrik Schrat ist 1968 in Greiz geboren und hat in Dresden und London studiert. Er setzt sich mit den Themen Arbeit und Wirtschaft auseinander und stellt dabei die Frage, was heute Arbeit eigentlich ist, wer sie macht und wer von ihr wie profitiert. Im Kern geht es dabei auch um den Widerspruch von Autonomie und Selbstvermarktung, nicht nur künstlerischer Arbeit, sondern von Arbeit generell. Er setzt ein breites Spektrum von Medien ein: von Skulptur über Cartoons bis hin zu Collagen. Dabei spielt er mit alten Formen wie Schattenriss oder Laubsägearbeit, mit Kunst und (Kunst-)Handwerk. "Kunst geht ja um was. Kunst geht nicht nur um Kunst", sagt Schrat.
Ausstellung: "Bräunungsabsicht und Entzugserscheinung", Double Wall Projects 03, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen (bis September 2007)
www.hen rikschrat.de Wilhelm Werthern
Der aserische Maler Akbar Behkalam wurde 1944 im iranischen Täbris geboren, studierte Kunst in Täbris und Istanbul und lebt seit Ende der 1970er-Jahre in Berlin. Die verwischten Farbimpressionen seiner Bilder lassen sich als Ausdruck des prekären Exildaseins sehen. Zuletzt erschien: "Grenzen überschreiten. Crossing Borders", Berlin (E. A. Seemann Verlag) 2004. Behkalam hat keine eigene Homepage. Mehr zu sehen unter: azgallery.org/artgallery/artists/behkalam.akbar-26/behkalam.akbar/behkalam_akbar.html
Der mexikanische Maler, Fotograf und Skulpteur, geboren 1962, erhielt 2006 den "blueOrange"-Preis. Orozco, der, so die Jury, "mit einem sehr breiten Spektrum an Arbeiten unsere Wahrnehmung von Realität auf verschiedenste Weise herausfordert", lebt in New York, Paris und Mexiko-Stadt. Seine jüngste Arbeit, "Samurai's Tree Invariant", ein Ensemble von Form und Farbe auf 672 Blättern, ist bis 28. Januar im Kölner Museum Ludwig zu sehen.
Copyright: Gabriel Orozco. Bilder auf Seite 3, 5, 17: Courtesy Marian Goodman Gallery, New York; Seite 1: From a portfolio with eight artists, produced by Carolina Nitsch for the Merce Cunningham Dance Company, New York. (www.blueorange. bvr.de und mariangoodman.com/mg/nyc.html)
geboren um 1925 in Androka auf Madagaskar, hat in seinem Werk die Tradition der Grabskulpturen seines Landes fortgesetzt und kommentiert den Einbruch der Moderne in den Alltag. Seine Skulpturen sind seit Jahren im Rahmen der Contemporary African Art Collection vertreten. Efiaimbelo starb 2006.
Katalog: "African Art Now - Masterpieces from the Jean Pigozzi Collection", Merrell (Houston) 2003. Aktuelle Ausstellung: "100 % Africa", Guggenheim Museum (Bilbao), 12. Oktober 2006 - Februar 2007.
www.caacart.com/html/efiaimbelo_frameset.html
Courtesy: CAAC, Geneva. © Efiaimbelo
ist 1966 in der chinesischen Provinz Heilonjiang geboren und absolvierte die Sichuan Academy of Fine Arts. Seit 1993 lebt er in Peking. Seine Bilder sind derzeit in Durham (Nasher Museum of Art), New York (Museum of Photography) und Frankfurt am Main (Museum für angewandte Kunst) zu sehen.
Weitere Informationen unter: www.wang qingsong.com. Siehe auch Katalog: "Wang Qingsong", hg. Albion, London (Hatje Cantz) 2006.
© für alle Abbildungen: Wang Qingsong und Albion Gallery, London.
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