Le Monde diplomatique
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Comics in LE MONDE diplomatique

Comic der aktuellen Ausgabe:

Marco Paschetta

Flügel aus Wäscheklammern? Hochhäuser, die von allein zu Staub zerfallen und den Blick auf eine unendliche Bergkette freigeben? Der italienische Illustrator Marco Paschetta kommt aus dem Piemont. Kein Zufall also, dass diese poetisch gezeichnete Traumgeschichte, die ein bisschen an tschechoslowakische Kinderbücher aus den 60er Jahren erinnert, die Schönheit der Berglandschaft feiert.

Marco Paschetta ist Autodidaktik. Er wurde in Cuneo geboren, einer kleinen italienischen Stadt am Fuß der Alpi Marittime (Piemont). Er veröffentlicht u.a.in den Zeitschriften Internazionale, Slow Food, Focus wild und Barricate und unterrichtet das Fach Illustration an der internationalen Comic-Schule Scuola Internazionale di Comics in Turin. Zuletzt ilustrierte er mit Anine Bösenberg, Philip Longson, Clotilde Perrin u.a. einen Band mit schottischen Fabeln: "Il canto delle scogliere”(Franco Cosimo Panini, Oktober 2014). Paschetta macht gern lange Fahrradtouren, auf denen er "neue Landschaften der Erde sowie der Seele entdeckt". Die Berge liegen ihm besonders am Herzen, die er als "einsames und scheinbar unveränderliches Wesen" bezeichnet. Siehe marcopaschetta.com und seinen Blog ombralpina.blogspot.com

 

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Die Comic-Welt von LE MONDE diplomatique

Die letzte Seite von Le Monde diplomatique gehört dem avantgardistischen, kritischen Comic: eigens für die Zeitung gezeichnet, werden hier Bildergeschichten erzählt, die wichtige Themen aus Politik und Alltag mit ihrer eigenen künstlerischen Freiheit aufgreifen: meist frech, oft absurd, manchmal melancholisch. Im Folgenden wird jede Comic-Künstlerin und jeder Comic-Künstler mit einem kurzen Text vorgestellt, der auch Links zu den entsprechenden Homepages, Katalogen und Ausstellungen enthält. Unter anderen waren bisher vertreten: Elvis Studio, Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer und ATAK.

Wenn Sie die Comics in ihrer ganzen bunten Schönheit bewundern wollen, klicken Sie einfach auf das gewünschte Bild.

 

Mikkel Sommer

Ein Mann sitzt auf dem Sofa, allein, die Hände in den Schoß gelegt. Im nächsten Bild, Großaufnahme aufs Gesicht, fällt einem zuerst die merkwürdige Frisur und der Schnurrbart auf. Beides hat irgendwie etwas Unheimliches. Sein Blick fällt auf einen Apfel... Und er beginnt, erst dem Apfel und dann allem, was um ihn herumliegt, ein Gesicht zu verpassen. Das Ganze muss Stunden gedauert haben, denn inzwischen ist es tiefe Nacht. „Ich hol uns mal schnell was zu futtern und zu trinken“, sagt der Mann. Doch als er zurückkommt, machen sich seine „neuen“ Freunde gerade auf den Weg nach draußen. „Ich wollte einen Comic über Einsamkeit und Schöpfung machen“, schreibt uns Mikkel Sommer. „Wenn Ihr den Mann trefft, bitte grüßt ihn von mir.“ Ja, Mikkel Sommer hat ganz offensichtlich ein ebenso zärtliches Verhältnis zu seinen Figuren wie der einsame Mann zu seinen belebten Gegenständen. Und wenn wir ehrlich sind, dann kennen wir das auch. Überall Gesichter zu sehen, egal ob in Wolken, Steinen, Autos oder eben Obst, ist eben typisch menschlich, sagen sogar Psychologen, die das untersuchen. Wie Mikkel Sommer dieses vertraute Phänomen zeichnerisch auf die Spitze treibt, ist anrührend und weckt nostalgische Erinnerungen an alte Kinderbücher, wie Doris Orgels von Maurice Sendak 1963 so wunderbar illustrierte Geschichte über Klein-Jenny in „Sarahs Zimmer“. Mikkel Sommer, Jahrgang 1987, muss sich hinter dem großen Meister wahrlich nicht verstecken. Und er scheint genauso eigensinnig zu sein. Jedenfalls sei er nur deshalb ein Autodidakt, weil er nicht die passende Kunsthochschule gefunden habe. Der junge Däne arbeitet schon seit langem freischaffend: mikkelsommer.com.

 

David Biskup

Selbstzweifel haben gemeinhin ein schlechtes Image: Oft verhindern sie, dass wir unser Potential ausschöpfen; manchmal treffen wir vor lauter Selbstzweifel falsche Entscheidungen und richten damit nur noch mehr Unheil an. Aber wie wäre es eigentlich, hat sich David Biskup gefragt, wenn wir den Zweifel als etwas Tröstliches sähen und ihm einfach nachgäben? So ist seine Lovestory mit einem zwar etwas aus der Form geratenen, aber dafür umso anschmiegsameren, rosa-orange gewandeten Herrn Zweifel entstanden, der selbst im Bett seinen Hut aufbehält.

David Biskup lebt als Illustrator und Cartoonist in London und hat an der University of the West of England in Bristol studiert. Seine Zeichnungen erscheinen u.a. in der New York Times und seine selbstgeschriebenen Comics in dem britischen Verlag „Jazz Dad Books“. Der junge Künstler, der 2012 seinen Abschluss gemacht hat, ist bereits in zwei Sammelbänden zu finden: In der lettischen Ausgabe „Kuš“ und in dem britischen Straßenmagazin „Off Life“, siehe auch www.davidbiskupillustration.com.

 

Bue Bredsdorff

Wie hält man die Vergangenheit fest? Die einen schreiben Romane über ihre Suche nach der verlorenen Zeit, die anderen, wie Bue Bredsdorff, zeichnen das entschwundene Land. Hier hat er versucht, die Atmosphäre seines Elternhauses in Sønderhå (Jütland) festzuhalten. Es sind Fragmente von einem Ort, den es so nicht mehr gibt.

Bue Bredsdorff (1983) hat Stadtplanung an der Roskilde Universität und Comiczeichnen in Malmö studiert. Er lebt in Kopenhagen und Berlin. In Bredsdorffs Geschichten geht es um die Räume, in denen wir leben und die uns geprägt haben. Das "Haus in Sønderhå" ist der erste Mini-Comic einer Serie über alle Orte, an denen Bredsdorff bisher gelebt hat. Die Serie wird im Herbst 2014 auf Deutsch erscheinen. Siehe auch www.bueb.dk und www.buebredsdorff.tumblr.com

 

Julia Weller

Der Protagonist ist ein Geist, der sich mit den Dingen des Lebens plagt. Geist wehrt sich, Geist quält sich, Geist macht das Beste draus. Auch er muss schlafen, auch er muss essen, er kennt Angst und ist dann und wann verliebt. In dieser Episode ist Geist der Sklave der Gegenstände, die ihn umgeben. Er möchte besitzen, denn Besitz suggeriert. Erst Zuwachs, dann Macht, später Geborgenheit. Geist ahnt nicht, dass Besitz bindet. Er denkt, er hat, er merkt, er will es gar nicht. Er muss sich entscheiden. Am Ende der Entsorgung hat er weniger als je zuvor. Was macht den Geist glücklich? Geist geht auf die Suche danach, jeden Tag.

Julia Weller wurde geboren und rutschte wenig später auf einer Wurstsemmel im deutschen Mittelgebirge aus, zeichnete kleine und später große Dinge, wurde selbst größer und studierte Illustration an der Burg Giebichenstein in Halle/Saale, der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und traditionelle chinesische Tuschmalerei in Tianjin/China. Sie hat als wissenschaftliche Illustratorin am California Institute of Science in San Francisco/USA gearbeitet, einen Master of Arts und einen hohen Bleistiftverschleiss. Sie schätzt die Stille zum Malen und im Allgemeinen. Ihr erstes Buch „Big Ed“, die Geschichte einer besonderen Freundschaft ist erhältlich auf: www.juliaweller.de

 

Jens Harder

Der Mensch als Tier. Oder das Tier als Mensch. Theodosius Dobzhanskys (1900-1975) Postulat "Nichts in der Biologie ergibt einen Sinn außer im Lichte der Evolution" trifft in hohem Maße auch auf die Zweibeiner-Zivilisation in all ihren Ausprägungen zu. Jens Harder spürt diesen Zusammenhängen an einem ganz gewöhnlichen Clubabend nach und verdichtet sie auf dieser Comicseite zu einem kleinen Balz-Exkurs.

Jens Harder studierte in den Neunzigern an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Grafik. Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends arbeitet er als Comiczeichner und Illustrator, mit Vorliebe an Büchern über die endlose Evolution (»Alpha ...directions«, »Beta ...civilisations«, »Gamma ...visions«), über tierische Tragödien (»Leviathan«) oder das menschliche Mit-, Neben- und Gegeneinander in verschiedenen Metropolen (»Electricité Marseille«, »Alltagsspionage«, »La Cité de Dieu« u.a.). Seine Alben wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Max-und-Moritz-Preis. www.hardercomics.de

 

Nora Marleen

Vor 100 Jahren starb im Zoo von Cincinnati die letzte Wandertaube der Welt. Nora Marleen hat ihr einen Comic gewidmet, der einem auf schmerzliche Weise bewusst macht, dass es nie wieder möglich sein wird, Milliarden von Wandertauben stundenlang vorbeiziehen zu sehen. Die ungekürzte Originalversion von „Martha“ wurde im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg im Rahmen der Ausstellung „comicleben_comiclife“ gezeigt.

Geboren 1990 in Osnabrück, nahm Nora Marleen 2011 ihr Designstudium an der FH Münster auf, verbrachte ein Semester in Seoul und wechselte danach an die HAW Hamburg, wo sie sich seit 2013 der Illustration widmet. Ihre Schwerpunkte liegen bei klassischen Druck- und Zeichentechniken, inhaltlich lässt sie sich von so erstaunlichen Dingen wie dem Weltgeschehen, menschlicher Verhaltenspsychologie und Schnabeltieren inspirieren. www.noramarleen.tumblr.com

 

Sheree Domingo

Die Welt, wie wir sie aus Geschichten und Bildern kennen, scheint nur noch eine romantische Vorstellung zu sein. Die Tatsache, dass große imposante Tiere nur noch als Fotomotiv auf einer Safari existieren oder indigene Völker und ihre Traditionen lediglich Dekoration für Touristen sind, ist ziemlich ernüchternd. Vieles verschwindet in dem sich immer schneller drehenden Strudel unserer Zeit. Sheree Domingo, Jahrgang 1989, studiert zur Zeit Comic und Illustration bei Hendrik Dorgathen an der Kunsthochschule Kassel. Mit Vorliebe zum Absurden und Mystischen zeichnet Sheree Comics, illustriert Plakate und Plattencover und bringt Hefte im Eigenverlag heraus. Zusammen mit den anderen Zeichnerinnen und Fotografinnen des Kollektivs „Die Goldene Discofaust“ organisiert sie Ausstellungen und tritt auf Festivals auf.
Verfolgen kann man ihren Blog unter www.shereedomingo.tumblr.com

 

Piero Macola

Die Bildergeschichte von Piero Macola ist eine Hommage an den Fotografen Luigi Ghirri (1943 bis 1992), einem der einflussreichsten Künstler der Gegenwartsfotografie. Für diese Seite hat sich Macola von dem Autor, Übersetzer und Filmemacher Gianni Celati inspirieren lassen, der in den 1980er Jahren mit Ghirri durch Italien gereist ist, um vor allem die Landschaft und Atmosphäre der Poebene einzufangen. Aus diesen gemeinsamen Unternehmungen sind zwei Bücher hervorgegangen, Viaggio in Italia (1984) und Vedute nel paesaggio (1985). Macola erkennt in Ghirri einen künstlerischen Seelenverwandten und so ist diese Seite auch eine Art Selbstporträt des Zeichners geworden.
Piero Macola ist 1976 in Italien geboren und lebt seit 2002 in Frankreich. Im Mai 2014 erscheint sein drittes Buch "Le tirailleur" bei Futuropolis. pieromacola.wordpress.com

 

Olivier Kugler

Ein Flüchtlingslager in Kurdistan. Ahmed, seine Frau Watha und ihre sechs Kinder kommen aus Syrien. Olivier Kugler hat sie besucht und im Beisein eines Dolmetschers interviewt. Kugler, der 1970 in Stuttgart geboren wurde, lebt heute als Illustrator in London. Seine Spezialität sind gezeichnete Reportagen, in denen er den Alltag von Menschen darstellt, die er an den verschiedensten Orten dieser Welt getroffen hat. Für "Kugler's People" und "Un Thé en Iran", das illustrierte Tagebuch eines Truckers, den Kugler auf seiner Fahrt von Teheran bis zum Persischen Golf begleitet hat, wurde er 2006 und 2011 mit dem Illustrations Award des Victoria & Albert Museums ausgezeichnet. Seine jüngste Geschichte, "Mit dem Elefantendoktor in Laos", erschien 2013 bei Edition Moderne erstmals auf Deutsch. www.olivierkugler.com

 

Sarnath Banerjee

Zwei zwielichtige Brüder, die ein berufliches Doppelleben führen; skrupellose Immobiliemakler, ein rachelüsterner Teppichhändler oder ein Regierungsbeamter für „überschüssige Emotionen“: Bei Sarnath Banerjee, dem „Meister der subtilen Überdeutlichkeit“ (Patrick Bahners in der FAZ), wimmelt es nur so von unheimlichen Gestalten.

Sarnath Banerjee wurde 1972 in Kalkutta geboren und lebt heute in Berlin. Er studierte „Image and Communication“ am Goldsmith's College in London, dreht Filme, arbeitet als Illustrator und ist Mitbegründer des Comic-Verlags Phantomville. 2004 erschien sein erster Graphic Novel: „Corridor“ (Penguin Books, India), ein Episodenroman aus Delhi über einen Ladenbesitzer und dessen Kunden. Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2012 konnte man auf riesigen Plakatwänden in sechs Londoner Vierteln seine „Galerie der Loser“ bewundern (suche unter „Gallery of Losers“). Und als 2013 die Londoner Frieze Art Fair in New York stattfand, stellte Banerjee dort seine "Temporary Autonomous Zones" aus, neun aquarellierte Insel-Definitonen, die den Besucher Bahners begeisterten. www.sarnathbanerjee.net

 

Jaromir99

Die traurige Comicgeschichte ohne Worte, die der tschechische Allround-Künstler Jaromir99 für die Januarausgabe von Le Monde diplomatique gezeichnet hat, ist einem Song entsprungen, den er für eine seiner drei Bands (Priessnitz, Umakart and The Bombers, Kafka Band) geschrieben hat: "Diary of a missing one". Seine Geschichten, ob für Filme, Comics oder Songs, handelten meistens von Anti-Helden, schreibt Jaromir99. Und im Moment zeichne er am liebsten reine Bildergeschichten – was irgendwie auch zu seiner Leidenschaft für Berge und lange Spaziergänge passt.

Jaromír Švejdík alias Jaromir99, 1963 in Jesenik in der CSSR geboren, arbeitete bis 1989 als Heizer bei der Eisenbahn, Gärtner und Verkäufer. Nach der Wende eröffnete er in Jesenik sein eigenes Café mit Kunstgalerie und gründete die Rockband Priessnitz. 1998 zog er nach Prag. Neben diversen Jobs als Hilfsarbeiter zeichnete und schrieb er immer Geschichten. So entstand seit 2003, in Zusammenarbeit mit dem jüngeren Schriftsteller Jaroslav Rudis, die Graphic-Novel-Trilogie „Alois Nebel“ (Voland & Quist), die 2011 auch verfilmt wurde. Der Film, der im Dezember 2013 in Deutschland anlief und es sogar in die „Tagesthemen“ schaffte, wurde u.a. mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. http://jaromir99.blogspot.de/

 

Zeina Abirached

Im Alter von 25 Jahren zog die gebürtige Libanesin nach Paris, wo sie nach einem Grafik Design-Studium an der Ecole Nationale des Arts-Décoratifs (ENSAD) ins Fach Animation wechselte. Vielleicht liegt es daran, dass man sich Zeinas Seite, die sie für Le Monde diplomatique gezeichnet hat, so gut animiert vorstellen kann - mit vier Sprechern, dem Musikliebhaber (Umm Kulthum!), dem weiblichen Schöngeist (Der Orient...Sein Zauber...), dem Gourmet (Ihre Küche ! Ihre Mezze! Ich liebe sie !) und der Frau von nebenan (Du bist Libanesin ? Also Araberin? Echt?).

Zeina Abirached, 1981 geboren, lebte die ersten 25 Jahre im Libanon. Hier wurde sie geboren, hier wuchs sie auf, mitten im Libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990). Heute lebt sie in Paris, aber in ihren Comics ist der Krieg immer noch präsent : Ihr erstes auf Deutsch erschienenes Buch « Das Spiel der Schalben » (Avant Verlag, März 2013), handelt von ihrer Kindheit im Libanon, siehe http://www.avant-verlag.de/comic/das_spiel_der_schwalben. Und demnächst erscheint auf Deutsch : « Je me souviens : Beyrouth ».
Alle Arbeiten von Zeina Abirached finden Sie hier: http://zeinaabirached.ultra-book.com/

 

Lukas Jüliger

„Der letzte Winter in Hamburg, der Stadt, in der ich wohne, war der längste Winter mit den wenigsten Sonnenstunden seit Wetteraufzeichnungen (oder so ähnlich). Ein Freund erzählte mir neulich, dass ich irgendwann während dieser Zeit neben ihm saß und mit entrücktem Blick zu ihm sagte: "Ich kann nicht mehr. Es soll aufhören". Vielleicht war es derselbe Freund, der mir später erzählte, dass er sich für den kommenden Winter auf jeden Fall eine Lampe zur Behandlung klinischer Depressionen zulegen wird. Ich weiß es nicht mehr. Die Erinnerungen an diesen Winter sind wirklich dunkel.“

„Bei vielen meiner Arbeiten gehe ich irgendeinem Gefühl nach. Als Inspiration kann fast alles dienen: Erinnerungen, Gespräche, Gerüche, die Untiefen des Internets und natürlich Musik. Letztere spielt eine absolut tragende Rolle, sowohl beim Grübeln, Schreiben und Skizzieren, sowie später beim Zeichnen. Vielleicht ginge es auch ohne, aber das will ich eigentlich gar nicht herausfinden.“

Lukas Jüliger, geboren 1988, studiert seit 2009 Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. “Vakuum” (2013 bei Reprodukt erschienen) ist sein Buchdebüt. Lukas Jüliger, der auch als Kurzfilmmacher aktiv ist, hat zuvor bereits mit einigen kürzeren Comics (unter anderem für den WWF) auf sich aufmerksam gemacht. Mehr über Lukas Jüliger unter www.laluq.de.

 

Ben Katchor

In seiner Comic-Geschichte „Das imaginäre Kriegsverbrechertribunal“ gelingt es Ben Katchor mit seinem unbestechlichen Strich und satirischen Humor gleich zwei große Themen in einer sowohl knappen als auch kurzweiligen und überraschenden Handlung auf den Punkt zu bringen: Die generationsübergreifende, global verbreitete Kriegsspielsucht und die fortgesetzten Verstöße gegen das Völkerrecht durch die USA, die sich nach wie vor weigern, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzuerkennen.

Von Ben Katchor, der 1951 in Brooklyn, New York, geboren wurde, gibt es bisher nur ein Werk auf Deutsch, das 2009 im Avant-Verlag erschienen ist: „Der Jude von New York“. Seine ersten Comics veröffentlichte Katchor in Art Spiegelmans legendärem Magazin "RAW". Er schreibt außerdem Musiktheaterstücke, für die er zum Teil auch die Bühnengestaltung übernimmt. Alles über Ben Katchor, inklusive Postkarten- und Postershop: www.katchor.com

 

Tim Gibson

Tim Gibsons Zukunftsvision vom Ende der Menschheit sieht auf den ersten Blick wie ein abgedrehter science fiction aus. Doch eigentlich spinnt der neuseeländische Comic-Künstler die Gegenwart (Wirtschaftskrise, Gerangel um die Weltherrschaft, tödliche Seuchen) nur ein bisschen weiter. Mit dabei: triebgesteuerte Manager, wissenschaftlich geschulte Tiere mit Wirtschaftsinteressen und Menschen in Quarantäne, die ihre letzten Grüße auf Facebook posten.

Tim Gibson hat Filmsets und Figuren für die Filmemacher Steven Spielberg und Peter Jackson gezeichnet, unter anderem war er an District 9, Tintin und Avatar beteiligt. Derzeit arbeitet er an „Moth City“, einem Online-Fortsetzungscomic angesiedelt zwischen detective story, noir und Horrorgeschichte, den man kostenlos hier lesen kann: www.mothcity.com

Wenn Tim Gibson nicht schreibt und zeichnet, liest er Bücher von Elmore Leonard, Stephen King und Agatha Christie und bewundert die Werke des amerikanischen Comic-Künstlers David Mazzucchelli („Daredevil: Born again“, „Batman: Year One“).

 

Marc-Antoine Mathieu

Drei ältere Herren in einer Talkshow, irgendwann nach 2021. Sie unterhalten sich über die Ängste, die bisher jeden technischen Fortschritt begleitet haben. Doch der Witz ist, dass die drei selbst halbe Maschinen sind, mit eingebauten Sinnesprothesen und Gedächntisimplantaten. Der Comic-Künstler Marc-Antoine Mathieu hat Günther Anders' "Antiquirtheit des Menschen“ in eine gezeichnete Satire übertragen: Nachdem die „Gedächtnisimplantate“ der drei Diskutanten praktisch die Unterhaltung übernommen haben, bäumt sich der Mensch noch einmal auf: „Verfluchte eingebaute Intelligenz!“ Doch wer zuletzt lacht, ist das Implantat.

Marc-Antoine Mathieu, geboren 1959 in Frankreich, wurde bekannt mit seiner mehrteiligen Geschichte „Julius Corentin Acquefacques, Gefangener der Träume“, auf Deutsch bei Reprodukt erschienen. Eine Übersicht seines Gesamtwerks gibt es hier:
hhttp://cicla.pagesperso-orange.fr/div/marc-antoine_mathieu.html

 

Leila Marzocchi

Mit Centaura ladra, frei übersetzt, die „diebische Pferdefrau“, liefert Leila Marzocchi eine eher ungewöhnliche Interpretation griechischer Mythologie: Wurden die Zentauren üblicher Weise als eine Mischung aus Pferd und Mann abgebildet, die sich durch ihre Lüsternheit und Brutalität auszeichneten, stellt die Comiczeichnerin in ihrem Beitrag eine weibliche Variante vor, die sich der Freiheitsliebe verschrieben hat. Gleich einem Daumenkino enthüllen die Sequenzen der Einzelbilder Stück für Stück wie die Pferdefrau einen Artgenossen in die Freiheit entführt, während sein Besitzer, noch in voller Reitermontur, traurig zurück bleibt.

Leila Marzocchi ist Illustratorin und Cartoonistin. Sie wurde 1959 in Italien geboren und begann ihre Karriere im Jahr 1985 mit Illustrationen für verschiedene Zeitschriften. Ab 1990 zeichnete sie Mangas für den japanischen Kodansha Verlag. Darüber hinaus illustriert sie Kinderbücher, entwirft T-Shirts und entwickelt Storyboards für Kurzfilme. www.leilamarzocchi.it

 

Conrad Botes

"Es war einmal ein armer Junge. Er hatte keinen Vater. Und keine Mutter. Und alles war tot." So düster beginnt die Comicgeschichte von Conrad Botes, die er in kargen Bildern erzählt - und es kommt, anders als in einem Grimm-Märchen, noch schlimmer. Als Vorlage diente dem südafrikanischen Comickünstler das "Märchen der Großmutter" in Georg Büchners Woyzeck.

Conrad Botes ist eine Größe in der südafrikanischen Comicszene. Zusammen mit Anton Kannemeyer gibt er seit 1992 das Comicmagazin Bitterkomix heraus. In ihren Bildern und Geschichten, die häufig Sex und Gewalt darstellen, prangern die Zeichner Konservatismus und Rassismus in der südafrikanischen Gesellschaft an: "Viele Geschichten sprechen speziell ein südafrikanisches Publikum an. Ursprünglich haben wir sie in Afrikaans geschrieben mit Anspielungen auf die Afrikaans Kultur." Doch längst ist Conrad Botes auch international erfolgreich. Seine Drucke hingen 2011 beispielsweise in der Ausstellung "Impressions from South Africa" im MoMA in New York.
Mehr zu Conrad Botes: www.artprintsa.com/conrad-botes.html

 

Sara Colaone

In den 1920er Jahren legte sich das faschistische Regime nach und nach wie ein dunkler Schatten über ganz Italien. Auch die Feierlichkeiten zum 1.Mai, dem Tag der Arbeit, ließ Mussolini schließlich verbieten. Dieser historische Hintergrund bildet den Ausgangspunkt von Colaones Mai-Comic, den sie für Le Monde diplomatique gezeichnet hat: Hinter den Fenstern eines großbürgerlichen Mailänder Mietshauses werden in einer Situation, als der Duce auftritt, aus der Sicht von drei jungen Mädchen verschiedene Perspektiven von damals sichtbar gemacht: die Neugier der "höheren Tochter" auf den "Führer", die von der Politik unberührte Freude eines jungen Dienstmädchens und der vom Leben gezeichnete Pragmatismus einer der anderen Dienerinnen. "Die Geschichte", schreibt Sara Colaone, "wird von der Architektur des Hauses wie in einem Bühnenbild gespiegelt." In der Dachkammer sitzen die Hausmädchen, im dritten Stock schaut das Mädchen aus seinem Kinderzimmerfenster und in der Beletage wird das Essen aufgetragen, während draußen auf der Straße die Faschisten aufmarschieren.

Auch in ihren anderen Werken interessieren die italienische Zeichnerin und Illustratorin Sara Colaone vor allem geschichtliche Themen, die sie in ihren Comics verarbeitet: So hat sie mit Luca de Santis ein Graphic Novel über die Verfolgung Homosexueller während des Faschismus gemacht: "Inseln der Männer", Hamburg (Schreiber & Leser) 2010.

Und über die Italiener aus dem Friaul, die in den 1950er Jahren in die Schweiz gingen, hat sie den, bisher noch nicht ins Deutsche übersetzten, Comic "Ciao, ciao, bambina" (Kappa Edizioni) gezeichnet und geschrieben. Mehr über Sara Colaone, Professorin für Comics und Illustration an der Academy of Fine Arts in Bologna: saracolaone.blogspot.com

 

Simon Schwartz

Der Comic „Das Skizzenbuch“ ist eine Collage aus Schwartz' Zeichnungen und Skizzen, die sein Urgroßvater Johannes Andrees während des Zweiten Weltkriegs gemacht hat. Schwartz' lapidare und dennoch sehr persönliche Kommentare betten die Hinterlassenschaft seines Urgroßvaters in den biographischen wie historischen Kontext ein. Im Mittelpunkt dieses ungewöhnlichen Comics, der selbst wie ein Tagebuch wirkt, stehen die Zeichnungen des Urgroßvaters, denen Schwartz möglichst behutsam und unaufdringlich eigene Zeichnungen beiseite stellt. Dabei folge die Anordnung der Bilder keiner klaren Chronologie, erklärt der Künstler: „Sie ist so frei und ungeordnet wie meine Gedanken und man kann das Lesen der Seite an jedem beliebigen Punkt beginnen.“

Simon Schwartz wurde 1982 in Erfurt geboren und wuchs in Berlin-Kreuzberg auf. 2004 zog er nach Hamburg und begann dort ein Studium zum Illustrator an der HAW Hamburg, an der er fünf Jahre später mit seinem Debüt „drüben!“ diplomierte. Das Buch wurde 2010 mit dem ICOM Independent Comic Preis in der Kategorie „Herausragendes Szenario“ ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert. Seine aktuelle Graphic Novel „Packeis“ wurde mit dem Max-und-Moritz-Preis 2012 als bester deutscher Comic ausgezeichnet. Simon Schwartz' Comics und Illustrationen erscheinen regelmäßig in diversen Zeitungen und Magazinen, u. a. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Der Freitag, GEOlino und Die Zeit. Momentan hat er einen Lehrauftrag für Illustration an der HAW Hamburg inne. Simon Schwartz lebt und arbeitet in Hamburg.
Siehe auch www.simon-schwartz.de

 

Rashin Kheiriyeh

Für LE MONDE diplomatique, schreibt uns Rashin Kheiriyeh, wollte ich einmal illustrieren, wie im Iran über die kommenden Präsidentschaftswahlen (14. Juni 2013) gesprochen wird.

Rashin Kheiriyeh, Jahrgang 1979, hat in Teheran, Paris und New York Grafikdesign studiert und lebt heute in Virginia. Die junge Malerin, Illustratorin und Animationsfilmerin hat in Zusammenarbeit mit Autoren aus aller Welt (Ahmad Reza Ahmadi, Darabuc, Raquel Saiz, René Turc u.a.) schon über 40 Kinderbücher publiziert und zahlreiche internationale Preise gewonnen. Die Kombination aus Persischer Malerei und Literatur mit moderner Kunst (zu ihren Favoriten zählt sie Picasso, Jean de Buffet oder Matisse) und aktuellen Themen macht Kheiriyehs unverwechselbaren Stil aus.

Auch in dem Bild für Le Monde diplomatique verwendet Kheiriyeh eine Mischtechnik aus Ölmalerei und Siebdruck. Indem sie ein aktuelles Thema im Stil der Persischen Miniaturmalerei verarbeitet, die traditionell dekorativen Zwecken dient, berührt die Kernaussage „Ich finde, wir sollten eine Demokratie haben“ auf eine verspielt-subversive Weise den Betrachter auch emotional. www.rashinart.com

 

Daniel Bosshart

"Le Monde diplomatique", das ist die Welt des politischen Parketts, wo in einer optimalen Demokratie der Wille des Volkes umgesetzt wird. Dafür stehen zum Beispiel oben in der Kuppel des Konferenzsaals die Göttin Athene als Schutzherrin der Politik und die sie begleitenden Eulen, auch Vögel der Weisheit genannt. In Daniel Bossharts Wimmelbild gibt es viel zu entdecken: Picassos Anti-Kriegs-Gemälde „Guernica“ oder die aus dem Revolutionswerk von Eugène Délacroix entsprungene „Freiheit“, neben der Abraham Lincoln kniet, der 1865 in den USA die Sklaverei abschaffte. Für Bosshart stehen all diese Symbole für eine intakte Weltordnung, welche die Politik im Gleichgewicht halten sollte: Frieden, die nachhaltige Nutzung der Erde und eine vernünftige Wirtschaft. Und über allem steht der Wahlspruch, der nicht nur von den drei Musketieren verwendet wird: Einer für alle, alle für einen.

Daniel Bosshart, 1971 in Zürich geboren, arbeitet als Architekt und Comiczeichner in Winterthur. 2012 ist sein drittes Album "Metamorphosis" bei der edition moderne erschienen. Auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen gewann Bosshart mit seinem Album "Geteilter Traum" den Max-und-Moritz-Preis für die beste deutschsprachige Comic-Publikation (danielbosshart.blogspot.de).

 

Hendrik Dorgathen

Das ist die Geschichte von Superkevin: Nachdem Kevin durch den Genuss von radioaktiver Koffeinbrause superklug, superstark etc. geworden war, züchtete er eine Pflanze, deren Rauch gesund war und die Strom produzierte, stoppte die Klimakatastrophe, verabschiedete diverse Okkupanten in ihre Heimatländer und verklappte sämtliche Atomreaktoren, Atomdeponien, Atomfabriken und Atomwaffen. Nicht alle freuten sich über seine Taten. Doch Superkevin war das alles schnuppe. Er heiratete eine von den Pussy Riots und setzte sich mit ihr in Mülheim-Speldorf zur Ruhe. Ach ja...Man weiß nicht genau wie, aber er ließ auch alle Laubpuster verschwinden.

Hendrik Dorgathen, geboren 1957, lebt in Mülheim an der Ruhr und Kassel.
Seit 2003 unterrichtet er an der Kunsthochschule Kassel im Fach Illustration und Comics. Zuletzt erschienen in der Edition Moderne der Comic "Slow".
und das Skizzenbuch "Holodeck". Siehe www.dorgathen.org und http://illuklasse.de/data

 

Xavier Coste

„Unter Wasser“ ist eine Hommage an Paris. „Wenn die Natur eines Tages wieder die Oberhand über das Leben auf der Erde gewinnt, so wird sie vielleicht trotzdem einen Teil der historischen Architektur bewahren, zum Beispiel so symbolträchtige Bauten wie den Eiffelturm“, schreibt Coste über sein surreales Bild, auf dem es so aussieht als sei der obere Teil des Eiffelturms zu einem Eisberg erstarrt.

Xavier Coste ist 1989 in der Normandie geboren und lebt bei Paris in Issy-les-Moulineaux. Bevor Coste mit dem Malen und Zeichnen von Comics begann, hat er an der renommierten Pariser Kunsthochschule Penninghen Grafik studiert. Seine künstlerischen Vorbilder sind Enki Bilal, Jacques Tardi oder François Schuiten. Im März 2013 erscheint das erste Buch des jungen Künstlers („Egon Schiele: Vivre et Mourir“, Edition Casterman) auf Deutsch: „Egon Schiele, ein exzessives Leben“, München (Knesebeck Verlag). In seiner nächsten biografischen Graphic Novel, an der er gerade arbeitet, geht es um den geheimnisvollen Dichter und Abenteurer Arthur Rimbaud.
Aktuelles über Coste: xaviercoste.canalblog.com

 

Aisha Franz

Ein Dschungel im Großstadt-Dschungel: "Zu dieser Kurzgeschichte hat mich der Trend zum Gärtnern in und auf Freiflächen mitten in der Stadt inspiriert. Statt den Managerjob hinzuschmeißen und als Aussteiger auf einer Karibik-Insel ein Hostel zu eröffnen, holt man sich heute lieber den Traum von Natur aufs Hausdach", schreibt Aisha Franz über ihre matisse-artige, sympathisch-ironische Bildergeschichte zum Thema Guerilla Gardening.

Aisha Franz, Jahrgang '84, studierte Illustration und Comic bei Hendrik Dorgathen an der Kunsthochschule Kassel. Ihre Abschlussarbeit erschien Anfang 2011 unter dem Titel "Alien" bei Reprodukt. 2012 folgt die Agentinnengeschichte "Brigitte und der Perlenhort".

Sie veröffentlicht außerdem in den Comic-Magazinen "Orang", "Kuti Kuti" und "Strapazin" und ist zudem leidenschaftliche Selbstverlegerin. Mit dem Zeichner-Kollektiv "The Treasure Fleet" und vielen bunten Minicomics im Gepäck bereist sie die verschiedensten Comicfestivals. Aisha lebt und arbeitet in Berlin.

 

Igort

Als der Begründer des Surrealismus, André Breton, 1938 zum ersten Mal nach Mexiko reiste, war er begeistert von diesem Land, das in seinen Augen "ganz natürlich surrealistisch" war. Ganz besonders verzückten ihn Frida Kahlo und ihre Bilder. Zunächst ließ sich die mexikanische Malerin auf das Etikett Surrealismus ein, doch später distanzierte sie sich: "Ich malte nie meine Träume, sondern meine eigene Realität."

Der italienische Comiczeichner Igort hat eine Hommage an Kahlo gezeichnet: "Ich liebe Frida Kahlos kraftvolle Ausdrucksweise und ihren einzigartigen Blick auf die Kunst und das Leben. André Breton wollte sie in den Surrealismus-Käfig sperren, aber sie war ein freier Geist. Ich finde es beeindruckend, wie sie all ihre Erlebnisse mit so viel Gefühlstiefe in Kunst überführte."

Igort, geboren in Cagliari, Italien, avancierte Anfang der 1980er-Jahre zu einem der wichtigsten Vertreter der Künstlergruppe Valvoline und arbeitete in der Folge als einer der ersten europäischen Comicautoren für japanische Verlage. Sein Buch "5 ist die perfekte Zahl" (avant-verlag 2003) wurde auf der Frankfurter Buchmesse als "Comic des Jahres" ausgezeichnet. Nach "Berichte aus der Ukraine" erscheint demnächst "Berichte aus Russland" (beide bei Reprodukt). www.igort.com

 

Jul Gordon

Die Seite WILDER WEST MANN entstand aus einer längeren Geschichte, schreibt uns die Künstlerin Jul Gordon. Darin geht es um einen aus den USA nach Deutschland emigrierten, halbseitig gelähmten Kommunisten, der seiner Tochter erzählt, er sei als junger Mann Schwergewichtsboxer und Wild West Man gewesen.

Jul Gordon, Jahrgang '82, studierte bei Anke Feuchtenberger und ATAK Illustration an der Hochschule für Angewandte Künste in Hamburg. Ihre Diplomarbeit Candie Coloured Clown erschien im MamiVerlag www.mamiverlag.de. Seither veröffentlicht sie Comics in Orang (www.orang-magazin.net), Internazionale und Strapazin. Außerdem produziert sie manchmal selbst Hefte in kleinen Auflagen. Aktuell arbeitet Jul Gordon an Zeichnungen und einem kurzen Trickfilm, die beide beim schönen Comicfestival Hamburg (www.comicfestivalhamburg.de) Ende September zu sehen sein werden. Ende November wird sie nach Japan reisen, um an einer Ausstellung in Kyoto teilzunehmen.
Mehr auf www.julgordon.de

 

Duoxi

eigentlich Yao Jian Jiang, geboren 1977, ist Dorfschullehrer in Shaoxing, Provinz Zhejiang. Er hat sich das Comiczeichnen selber beigebracht. "Comics haben mir eine Türe zu mir selber geöffnet, durch sie habe ich gelernt, meine Umgebung wahrzunehmen und mich auszudrücken. Meine Geschichte folgt einer Art Gedicht über die Arbeiten, die früher von den Bauern verrichet wurden. Natürlich verstehen wir auch heute noch die Worte des Gedichtes, aber die Verbundenheit mit der Natur ist uns abhanden gekommen. Schade, dass dieser Lebensstil am Verschwinden ist."

 

Loustal

Eine Spielzeuginsel als letzte Rettung. Man fragt sich nur, wie es das Pärchen mit dem Aktenkoffer (Geld! Wichtige Papiere!) in das winzige Boot geschafft hat. Oder wurden sie von einem Hubschrauber, womöglich dem letzten, der es noch geschafft hat, hier abgesetzt? Jacques de Loustals "Temptation of an Island" schließt wie ein subversives i-Tüpfelchen das Tourismus-Dossier der Juliausgabe ab, ohne dass dies geplant war, denn die Comic-Künstler bekommen keinen Auftrag, sie überraschen uns vielmehr mit ihren eigenen Geschichten. Dass Jacques de Loustal eine Variation zum Thema "Urlaub" gezeichnet hat, lag allerdings nah: Der große französische Zeichner, der seit den 1970er Jahren, damals noch als Architekturstudent, Comics veröffentlicht, ist selbst ein leidenschaftlicher Reisender, wie man auch an seiner Homepage sehen kann: www.loustal.com/

Auf Deutsch erschien zuletzt von Jacques de Loustal (Zeichnungen) und Dennis Lehane (Text) bei Schreiber & Leser der Noir-Krimi "Coronado" Coronado

 

Chrigel Farner

Schauplatz der Geschichte scheint ein Karneval zu sein, in Köln oder Berlin. Oder spielt sich das Ganze auf einem fernen Planeten ab, weil alle so fröhlich sind? Nein, auf dem dritten Bild ist klar: Wir befinden uns in Deutschland, unschwer zu erkennen an dem verängstigten Typen in den verschlissenen Klamotten. Er erschrickt völlig zurecht, als sein Handy schreit, denn was er befürchtet, tritt ein. Die Handystrahlung wirkt und er mutiert, genau wie alle anderen Figuren in dem vermeintlichen Karnevalsumzug, zu einem maskottchenhaften Wesen. Die ganze Szene wird live in die Zentrale der gottgleichen Führungsclique übertragen. Die Bartträger sind zufrieden, Phase 1, die Umwandlung durch Handystrahlung, hat bestens funktioniert. Doch was geschieht in Phase 2?

Chrigel Farner, 1972 in Schaffhausen geboren und im bekannten Schweizer Dorf Swzach aufgewachsen, wurde im Alter von 30 Jahren nach Berlin verschleppt. An der Zürcher Hochschule für Gestaltung wurde er zum wissenschaftlichen Zeichner ausgebildet. Er dokumentierte skizzierend Gehirnoperationen in Spitälern, rekonstruierte Nachttöpfe der Pfahlbauern und vergrösserte Kakerlaken im Massstab 1:5. Außerhalb der Schule zeichnete er seinen eigenen Ideen auf, woraus etliche Comic-Kurzgeschichten, ein Comic-Album (Fliegenpilz, Carlsen Verlag) und viele Bilder und Illustrationen entstanden sind. Ganz neu ist das Bilderbuch Nemorino und das Bündel des Narren (mit Texten von Gion Mathias Cavelty) aus dem Salisverlag, Zürich 2012: Eine eigene Farner-Homepage ist in Arbeit.

 

Bastien Vivès

Ein Pferd, ein Wolf, ein Bär. Sie scheinen etwas unschlüssig im Morast zu wühlen. Auf dem zweiten Bild meint man zu erkennen, dass das Pferd, bekanntlich ein Pflanzenfresser, nach einem Knochen schnappt. Erst auf dem dritten Bild wird deutlich, dass die Tiere tatsächlich Menschenkadaver ausweiden. Zur modernen Fabel wird die Geschichte durch den wunderbar lakonischen Dialog zwischen Pferd und Wolf (der Bär hüllt sich in gefräßiges Schweigen), wobei insbesondere das Pferd eine interessante psychologische Erklärung für die ganze Situation parat hat. "Diese Seite geht auf eine alte Phantasie zurück", schreibt uns Bastien Viv�s. "Das Ende der Menschheit. Als ich klein war, stellte ich mir vor, dass die Tiere miteinander sprechen könnten, und dass sie sich eines Tages verbünden, um uns alle zu zermalmen. Dann begriff ich, dass ich eine verzerrte Vorstellung von der Natur und Tierwelt hatte, dass es da nicht so zugeht wie bei Walt Disney oder Hayao Miyazaki, sondern dass die Wirklichkeit viel grausamer und unerbittlicher ist...so kam es, dass ich anfing Geschichten zu erfinden...um dem Ganzen einen Sinn zu geben."

Bastien Vivès, Jahrgang 1984, arbeitet und bloggt (bastienvives.blogspot.com) in Paris. Im Reprodukt Verlag sind schon zahlreiche Bücher von ihm auf Deutsch erschienen.

 

Cyril Pedrosa

Was aussieht wie eine apokalyptische Bildergeschichte, soll ein politisches Gedicht über Frankreich nach fünf Jahren Sarkozy sein. Unbeabsichtigt, denn die Comic-Künstler bekommen von Le Monde diplomatique keinen Auftrag, sie zeichnen, was sie gerade beschäftigt, komplettiert diese Seite von Cyril Pedrosa für die Aprilausgabe eine Artikel-Serie über die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Pedrosa inszeniert die Franzosen aber nicht als Opfer der politischen Verhältnisse, sondern ruft sie im Gegenteil dazu auf, das demokratische Feuer wieder anzufachen : "Wir müssen wieder einen Frühling erfinden".

Cyril Pedrosa, Jahrgang 1972, träumte schon als Kind davon, Comiczeichner zu werden. Er arbeitete sogar für kurze Zeit in den Pariser Disney-Studios. Danach arbeitete er zunächst mit dem Comic-Schreiber David Chauvel zusammen (u.a. für "Ring Circus", 1998), bevor er seine eigenen Geschichten fand : Mit " Drei Schatten" gelang ihm 2007 der erste internationale Erfolg. Die in der "Sprache des Comic" erzählte Geschichte über den Tod erschien in 12 Ländern und wurde mehrfach ausgezeichnet. Im Mai 2012 wird bei Reprodukt sein neuestes Werk erscheinen : Portugal

 

James Sturm

Der Film "The Avenger" über das Superheldenteam Captain Amerika und The Hulk & Co, der im Frühjahr 2012 in die Kinos kommt, veranlasste den amerikanischen Comiczeichner James Sturm einen Beitrag über Jack Kirby zu schreiben, seinem Idol aus Kindertagen. Kirby ist Mit-Erfinder der meisten Superheldenfiguren aus dem Marvel Verlag. Zur Inspiration kramte Sturm seine alten Superhelden-Comics hervor - und neben der Schreibarbeit entstand die für LE MONDE diplomatique gezeichnete Reflexion über das Altern in Würde.

James Sturm lebt in White River Junction, Vermont, wo er zusammen mit anderen Künstlern eine Comicschule gegründet hat, das Center of Cartoon Studies. Sein Buch "Markttag" ist 2011 bei Reprodukt auch auf Deutsch erschienen.
Mehr Informationen
Link zu seinem Avenger-Text in dem Onlinemagazin Slate mit einem Foto von ihm als jugendlicher Superhelden-Fan

 

Felix Scheinberger

Felix Scheinberger erzählt die Geschichte der Kamtschatka Expedition, deren Teilnehmer im Winter 1741 auf einer unwirklichen Insel im Eismeer strandeten und dort die letzten Exemplare einer gigantischen, urzeitlichen Riesenseekuh endeckten.

Der 1969 geborene Scheinberger spielte zunächst einige Jahre Schlagzeug in verschiedenen Punk Bands ehe er in Hamburg studierte. Nach dem Studium gelang ihm nahtlos der Einstieg in die Graphikszene. So hat er in den letzten zehn Jahren über 50 Bücher illustriert. Außerdem veröffentlicht er regelmäßig in Zeitschriften und Magazinen und arbeitet für verschiedene Theater.
Felix Scheinberger unterrichtet Zeichnen an der FH Münster und an der Bezalel Academy of Art and Design Jerusalem. Seit 2010 ist er Vize-Präsident der IO Illustratoren Organisation, dem Berufsverband deutscher Illustratoren. www.felixscheinberger.de

 

S�ren Glosimodt Mosdal

Wer ist dieser unheimliche Gnom, der Vierhändiges für Klavier singt und damit die Ohren seiner Zuhörer überstrapaziert? Und das knurrende Wesen, das wie ein zum Leben erwachtes Fossil aussieht? Vielleicht der Teufel persönlich? Der dänische Comiczeichner S�ren Glosimodt Mosdal vermutet, dass seine Geschichte, die ihm in einem Traum am frühen Morgen erschien, von den 80er-Jahre-Horrorfilmen inspiriert ist, die er in letzter Zeit viel gesehen hat. Die weitere Interpretation überlässt er lieber dem Betrachter.

Søren Mosdals Illustrationen erscheinen in vielen dänischen Zeitungen und Magazinen und in wichtigen internationalen Comicanthologien. Seit 1999 hat er einige Bücher veröffentlicht u.a. "Gash" und "Feuerwerk", häufig in Zusammenarbeit mit dem Autor Jacob Ørsted. Das neueste Werk heißt "Hank Williams - Lost Highway" und erzählt von den letzten Stunden der amerikanischen Countrylegende. Es ist auf auf Deutsch 2011 bei der Edition Moderne erschienen. Mosdal im Netz: www.sm.anport.dk

 

Paul Waak

Menschen im öffentlichen Nahverkehr: Busfahrer wie Passagiere sind ganz in ihre Lektüre vertieft. Die einen haben eine Zeitung gekauft, die anderen machen Stielaugen und lesen mit. Was die so Informierten nicht bemerken: Das Weltgeschehen � Machtkämpfe, Verbrechen, Gemetzel � findet unentwegt direkt vor ihren Augen statt.

Paul Waak wurde 1984 in Dresden geboren. Er studiert visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Illustration an der Berliner Universität der Künste. Beeinflusst von Volkskunst, der Skateboard-Kultur und Künstlern wie Ed Templeton, David Shrigley oder Jiri Salamoun gestaltet er Plattencover, Animationsfilme, Siebdruckplakate und bringt im Eigenverlag Hefte mit seinen Zeichnungen heraus.
Mehr Arbeiten unter www.paulwaak.de

 

Michael Meier

Im vierten Jahr der Weltwirtschaftskrise ist der Ausnahmezustand zum Normalfall geworden und Ratlosigkeit beinahe schon eine Tugend. Die Wall Street, für viele das Wahrzeichen einer aus den Fugen geratenen Finanzwelt, ist Schauplatz der Geburt einer neuen Protestkultur. Mit der Occupy-Bewegung wurde ein Mittel des Widerstands geschaffen, das sich direkt gegen all die Spekulanten und Investoren dieser Welt als Verursacher der Krise wenden soll. Mittlerweile ist aus einer Demo im Herzen Manhattans ein globales Phänomen geworden und die Occupy-Bewegung schon beinahe zu einer Marke. Michael Meiers Comic ist eine Studie über die Folgen des Kapitalismus als System, das sich so schnell nicht ändern wird und dem wir alle, auch als Demonstranten im roten Pullover, bereitwillig auf den Leim gehen.

Michael Meier wurde im Harz geboren und hat an der Kunsthochschule Kassel Illustration/Comic, Grafik Design und Neue Medien studiert. Seit 2007 publiziert er zusammen mit den Illustratorinnen Lisa Röper und Rita Fürstenau Comics, Illustrationsbücher und Drucke im eigenen Illustrationsverlag Rotopolpress. Hier ist auch sein erster Comic "Die Menschenfabrik" nach einer Erzählung von Oskar Panizza erschienen, für den Michael Meier 2009 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Sondermann als bester Newcomer ausgezeichnet wurde. Nach kleineren Veröffentlichungen bei Ehapa und Image hat er zuletzt für die Frankfurter Rundschau Dante Alighieris "Inferno" als täglichen Comicstrip gezeichnet, der demnächst als gesammelte Ausgabe bei Rotopolpress erscheinen wird.
Mehr über Michael Meier auf www.mrmeier.com und www.rotopolpress.de.

 

Thomas Vieille

Gletscherschmelze, Wüstenbildung, Erdbeben, Dürre, Hunger, Energiekrise, Klimawandel, Atom- und Ölunfälle, Terror, Trojaner und Genmutation -- Thomas Vieilles moderne Johannes-Apokalypse erinnert ein bisschen an die giganteske Variante eines "No future"-Buttons aus den frühen 80er Jahren; nur dass einem die damalige Endzeitstimmung von heute aus gesehen fast rührend vorkommt, seit das World Wide Web sämtliche Katastrophen in Echtzeit überträgt.

Thomas Vieille, 1982 in Paris geboren, stammt aus einer Pariser Musikerfamilie. Mit 19 brach er sein Literaturstudium ab, um "nur noch zu zeichnen" und schrieb sich an der Ecole Estienne ein. In Straßburg studierte er weiter und gründete mit Kommilitonen das Künstlerkollektiv Troglodyte mit dem Fanzine écarquillettes und dem webzine numo.fr. Nach seiner Rückkehr nach Paris schrieb und zeichnete er sein erstes eigenes Comic-Buch, die Geschichte eines Glücksritters im amerikanischen Goldrausch: "Les Derniers Jours d'Ellis Cutting" {Die letzten Tage des Ellis Cutting}, das 2010 bei Gallimard erschien. Mehr von Thomas Vieille auf ballymun.over-blog.com

 

Pablo Auladell

Die traurige aber wunderbar gemalte Geschichte über Depression und einen kurzen Glücksmoment auf der Comicseite von LE MONDE diplomatique stammt von Pablo Auladell.

Der spanische Künstler Pablo Auladell beschreibt sich selbst als "weitsichtig, Autodidakt und ohne Katze". Er illustriert Bilderbücher und arbeitet als Comickünstler. So war er 2006 Preisträger des Internationalen Comicsalons von Barcelona und wurde 2005 mit einem Bilderbuchpreis des spanischen Kulturministeriums geehrt. Er lebt und arbeitet in Alicante.
Mehr zu Pablo Auladell gibt es hier: http://www.pabloauladell.com/
Oder in seinem Online-Tagebuch eines weitsichtigen Illustrators:
http://pabloauladell.blogspot.com/

 

Edmond Baudoin

Edmond Baudoin ist die Stilikone für eine Generation von Comiczeichnern. Für LE MONDE diplomatique hat der französische Künstler Eindrücke von seinem zweimonatigen Aufenthalt in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez gezeichnet. Normales Leben ist in der Stadt mit der höchsten Mordrate der Welt kaum möglich. Den Einwohnern bleiben nur ihre Träume. Baudoin hat mit einigen Menschen gesprochen und charakterisiert sie mit schnellen Pinselstrichen und flüchtiger Kolorierung und doch voller Empathie.

Erst mit 33 Jahren entschied sich Edmond Baudoin endgültig gegen den Buchhalterberuf und begann Comics zu zeichen. Mehrfach wurde er auf Europas wichtigstem Comicfestival, dem Festival d'Angoulême in Frankreich, ausgezeichnet. Bekannt ist er in Deutschland vor allem seit er zusammen mit der Krimiautorin Fred Vargas die graphic novel "Das Zeichen des Widders" (Aufbau Verlag) herausbrachte. Mehr zu Edmond Baudoin auf seiner Homepage http://www.edmondbaudoin.com/

 
 

Brecht Vandenbroucke

Brecht Vandenbrouckes surreale Comic-Kurzgeschichte "Robert" ist eine Hommage an den traditionellen Zeitungscomic. Als Thema knöpft er sich den Narzissmus des Künstlers vor, der Welten schafft oder die Welt nach seinem Abbild formt, und dabei manchmal selbst ein Teil von ihr wird, schreibt uns der junge Belgier Vandenbroucke. Entfernt erinnert dieser Dschungel an den Wald von Maurice Sendak, der eines Abends im Zimmer des kleinen Max wächst.

Brecht Vandenbroucke lebt in Gent, zeichnet Comics, malt Bilder, baut Skulpturen, illustriert Bücher, macht Filme und vieles andere mehr. "Das Leben ist zu kurz, es bleibt zu wenig Zeit für all die Dinge, die ich noch vorhabe", sagt er. Seine Arbeiten, die schon in vielen Gruppenausstellungen gezeigt wurden, sind surreal, humorvoll, kritisch und tief in der Popkultur verankert. Im Moment arbeitet er an seinem ersten Comicbuch.
Mehr Bilder gibt es hier: http://brechtvandenbroucke.blogspot.com/

 

Jeong Hwa Min

Für Le Monde diplomatique hat Jeong Hwa Min eine Art Stadtlandschaft von "unsichtbarer Einsamkeit" gezeichnet, wie sie uns schreibt. Für Min, die sich als "beobachtende Autorin" sieht, steht diese tote Stadt der Depressiven tatsächlich für unsere Gesellschaft.

Jeong Hwa Min ist in Südkorea geboren und lebt und arbeitet seit 2006 in Berlin. Sie studiert derzeit noch Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin mit Schwerpunkt Illustration und Buchgestaltung. Einige ihrer Arbeiten sind bereits in der "Tageszeitung" und im "Freitag" erschienen.
Mehr unter www.sugarlandparadise.com

 

Ana Albero

Für LE MONDE diplomatique hat Ana Albero eine Szene in einer etwas seltsamen Amtsstube gezeichnet. Ein Mann versucht vergeblich den richtigen Raum zu finden und wird von den Beamtinnen, die trotz ihrer lieblichen Erscheinung ein bisschen unheimlich wirken, argwöhnisch beobachtet. Er hat noch nicht gemerkt, dass er in die Mühlen einer absurden Bürokratie geraten ist.
Die Szenerie erinnert an die 1950er Jahre, es ist aber unklar, wo und wann sich das Ganze abspielt. Die Frauen, vielleicht sind es aber auch Roboter, hantieren mit seltsamen Stempeln, deren Bilder sich in den Objekten auf ihren Schreibtischen wiederholen.
Ana Albero schreibt uns dazu, dass sie sich im Moment "vor allem für Bilder interessiert, in denen sich die Vergangenheit und Zukunft mischen und neue verfremdete Zeiten und Orte entstehen, ähnlich wie in dem Film Alphaville (Lemmy Caution gegen Alpha 60) von Jean Luc Godard."

Ana Albero hat in Berlin und Paris Illustration studiert und lebt heute in Berlin. Sie zeichnet für verschiedene Magazine und Zeitungen wie die New York Times oder Nobrow. Zusammen mit Till Hafenbrak und Paul Paetzel ist sie Mitbegründerin der Künstlergruppe Édition Biografiktion. Die drei Illustratoren publizieren Comic-und Illustrationsmagazine und produzieren sie im Eigenverlag mit aufwendigen manuellen Drucktechniken. Anfang Juni 2011 hat Édition Biografiktion ihre erste Solo-Ausstellung im Ausland beim Ilustation Festival in Barcelona.
Mehr unter www.ana-albero.com

 

David Prudhomme

Für LE MONDE diplomatique hat der französische Comic-Künstler David Prudhomme, sonst eher bekannt für historische Themen, das wahre Leben im Supermarkt eingefangen. Die Szenen kommen ohne Worte aus und mit viel Gespür für Sinn und Form.
David Prudhomme wurde 1969 in Tours geboren und lebt heute in Bordeaux. Während seines Studiums an der École de l'Image in Angoulême entstand seit 1992 die Comic-Serie "Ninon secrète" nach einem Szenario von Patrick Cothias über die fiktiven Abenteuer der historischen Hofdame Ninon de Lenclos zu Zeiten Ludwigs XIV. In den vergangenen Jahren erschienen Prudhommes Adaptionen von Georges Brassens Roman "La Tour des Miracles" (2003, mit Étienne Davodeau) und "La Farce de Maître Pathelin" (2006). Seine in Zusammenarbeit mit Pascal Rabat� entstandene Familiengeschichte "Die Plastikmadonna" (dt. bei Carlsen) und "Rembetiko" (dt. bei Reprodukt) wurden beide auf dem Comic-Festival in Angoulême ausgezeichnet. Siehe www.graphic-novel.info

 

Mariya Sulymenko

Mariya Sulymenko hat für Le Monde diplomatique einige von Daniil Charms' "Fällen" in vier starken Bildern kongenial illustriert. Warum inspirieren diese oft grausamen und merkwürdig sinnlosen Lebensgeschichten, die der russische Schriftsteller Charms (1905-1942) in einem Satz erzählen konnte, heute so viele bildende Künstler? Mariya Sulymenko gibt uns die folgende Antwort: "Daniil Charms kenne ich seit meiner Kindheit, seine Werke schätze ich sehr und habe sie schon oft illustriert. Für meine Seite für Le Monde Diplomatique habe ich einen Text aus dem Jahr 1936 ausgesucht. Es gibt keine folgerichtige Handlung, keinen sinnvollen Zusammenhang oder eine Moral. Die Charaktere entziehen sich jeder Konvention, sie sind grotesk und unheimlich grausam, aber sie lösen bei mir ein starkes, befreiendes Lachen aus."

Mariya Sulymenko wurde 1981 in Kiew geboren. In Stuttgart studierte sie zunächst Malerei und Bildhauerei, bevor sie in Offenbach zur Illustration wechselte. Sie ist Mitglied des "BAM BAM COLLECTIVE", einer Gruppe von Künstlern aus Offenbach, Berlin, Hamburg und Leipzig.
Siehe www.mariasulymenko.de und http://thebambamcollective.blogspot.com/

 

Sophie Martineck

Für Le Monde diplomatique hat Sophie Martineck ein Haus voller Technik gezeichnet. Die Menschen haben sich abgeschafft und die Maschinen arbeiten für sie. Dazu schreibt Martineck selbst: "Technische Entwicklungen verfolge ich sehr gespannt. Der Wirtschafts- und Wissenteil in der Tageszeitung gehören zu meiner täglichen Lektüre. Mich interessieren generell soziale Themen und daran besonders ambivalentes Denken und Verhalten, der Mensch an sich und was er so treibt. Es fasziniert mich und lässt mich gleichzeitig erschaudern. So kam ich auch auf das Thema für das Comic." Sophia Martineck lebt in Berlin und zeichnet für verschiedene Magazine und Zeitungen u.a. wie die New York Times, Financial Times Deutschland und Der Freitag. Ihre Arbeiten wurden vom Art Directors Club in New York, der Hans-Meid-Stiftung, vom 3x3 Magazine und American Illustration ausgezeichnet. Seit Winter 2009 ist sie bei SPRING, der Comicanthologie, mit dabei. SPRING No. 8 erscheint im Sommer 2011. Mehr unter www.martineck.com

 

Manuele Fior

Manuele Fiors Comicgeschichte basiert auf einem Brief, den der Maler Arnold Böcklin seiner Frau von einem Kururlaub auf der Insel Ischia schickte. Ganz anders als die üblicher Weise enthusiastischen Berichte deutscher Künstler aus Italien, beschwert sich Böcklin über seine Arthritis und seine generell deprimierende, unglückliche Lage. Für Manuele Fior bemerkenswert war, dass gerade aus dieser Situation heraus eine der bekanntesten Arbeiten Böcklins, die Toteninsel, entstand. Manuele Fior wurde 1975 in Cesena geboren. Er studierte Architektur und zog im Jahr 2000 nach Berlin, wo er bis 2005 als Comiczeichner, Illustrator und Architekt arbeitete. Heute lebt er in Paris. Weitere Comics und Bilder: www.manuelefior.com

 

Bill Bragg

Für Le Monde diplomatique hat Bill Bragg eine Seite gezeichnet, die das Geschehen rund um eine Laterne im Schnee am Tag, Abend und in der Nacht in lakonischen Schwarz-Weiß-Szenen festhält. Sein Thema, die Stadt und ihr Umfeld in einer Art stream of consciousness vor den Augen des Betrachters vorüberziehen zu lassen, fand Bragg bereits in seiner Abschlussarbeit "Journey of a Stranger" für das Londoner Royal College of Art, zu der ihn eine Reise nach Ostberlin inspiriert hatte, 15 Jahre nach dem Fall der Mauer. In diesem Graphic Novel verlässt ein Mann zum ersten Mal nach 30 Jahren sein Viertel und begibt sich auf eine Zugreise ins Umland.
Im Dezember 2008 zeichnete er eine Comicserie für das Magazin Icon über die surrealen städtischen Abenteuer eines Architekten namens Marcel Salami: "Marcel's Appendix". Seit 1998 arbeitet Bill Bragg als freier Illustrator. Am Londoner Royal College of Art gründete er mit Freunden das Kunstmagazin LE GUN.
Mehr Bilder von Bill Bragg

 

Pedro Burgos

Eine "Fenix-Rettungskapsel", wie für die verschütteten Minenarbeiter in Chile, bräuchten wir jetzt, schreibt uns Pedro Burgos, der in seinem November-Comic für Le Monde diplomatique die allgemeine Krisenstimmung im Kreise einer Familie festgehalten hat. Burgos lebt und arbeitet in Lissabon. Der Designer und Architekt veröffentlicht seit den 1990er Jahre Comics (im Magazin Strapazin No. 70//1/03, das portugiesischen Zeichnern gewidmet war, erschien seine Geschichte "Umzug", siehe www.strapazin.ch). Wichtige Vorbilder sind für Burgos "Krazy Kat" von George Herriman und "Alack Sinner" von José Munoz und Carlos Sampayo. Wenn er gerade nicht mit seinen beiden Töchtern spielt, zeichnet er mit Stift und Feder vom Alltag in der Stadt inspirierte Geschichten. Gerade arbeitet er an einem Kinderbuch. Mehr auf seiner hübschen Homepage: www.pedroburgos.com

 

Nina Pagalies

Das Gedicht Fülle von Conrad Ferdinand Meyer hat Nina Pagalies zu diesem prachtvollen Oktoberbild inspiriert. "Für mich transportieren die Zeilen eine wunderbare Unbescheidenheit, mit der alle Freigeister ein großzügiges Herbstfest feiern. Die Lebensfreude darf aber meinetwegen gerne das ganze Jahr über lustvoll um sich greifen und ganz unverschämt die bestehenden Verhältnisse in Frage stellen!" Das Original ist bis zum 9.10. in der Galerie Neurotitan in Berlin zu sehen (www.neurotitan.de), im Rahmen einer Ausstellung der Zeichnerinnen-Gruppe SPRING:www.springmagazin.blogspot.com Nina Pagalies gibt gemeinsam mit den Künstlerinnen jährlich das gleichnamige Magazin heraus. Die Illustratorin lebt seit 12 Jahren in Berlin und arbeitet freischaffend für Verlage, Zeitungen, Magazine und kulturelle Institutionen. Seit 2004 ist sie regelmäßig als Lehrbeauftragte für Kunsthochschulen und in Schulprojekten tätig:www.pagalies.com Lyrik ist ein besonderer Motor und Schwerpunkt in dem Werk von Nina Pagalies. Zur Zeit entwickelt Sie zusammen mit Brigitte Krämer eine Internetseite für Kinder, die auf spielerische Weise mit Gedichten umgeht und alle einlädt, die Vielfalt der Poesie und Sprache zu entdecken: www.wortwusel.net

 

Jesse Jacobs

Sporen oder Fäden? Das violette Gewirr im Einstiegsbild von Jesse Jacobs 16-Phasen-Comic weckt Assoziationen aus dem Bereich der Pflanzen und Lebewesen (unterm Mikroskop). Dann tritt ein gut verpackter Tetra-Mann ins Bild, dessen quadratische Unverletzbarkeit jedoch nur von kurzer Dauer ist (das Grauen wächst schon hier von unten rechts). "Ich experimentiere gerade viel mit Formen und Farben, die ineinander übergehen und sich verändern", schreibt uns Jesse Jacobs, "in dieser Arbeit wollte ich eine verstörende vergängliche Welt darstellen." Jesse Jacobs lebt im kanadischen London in Ontario. Er gestaltet T-Shirts, Plattencover, Plakate und Skateboards, doch am liebsten zeichnet er Comics; seine Bücher "Small Victories and Blue Winter" waren 2009 für Doug Wright Awards for Canadian Cartooning nominiert, 2008 bekam er den Gene Day Award for Canadian Comic Book Self-Publisher. Mehr von und über Jesse Jacobs auf seiner neuen eigenen Homepage www.jessejacobs.ca www.onemillionmouths.blogspot.com

 

Nele Brönner

"Der weiße Hase VS den König von Palermo" variiert ein altes koreanisches Märchen, in dem ein Hase den Drachenkönig austrickst: "Es ist ein sehr charmantes Märchen" schreibt uns die Künstlerin, "in dem das subversive Element mit List und Klugheit über den Souverän triumphiert - und so sollte es doch auch sein!?" Nele Brönner arbeitet als Illustratorin, Comiczeichnerin und Grafikerin in einer Studiogemeinschaft in Berlin/Mitte und ihre Arbeiten wurden in verschiedenen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht. Sie zeichnet und schreibt für Comicprojekte der Asia Europe Foundation. Im Juni diesen Jahres ist ihr Buch WIRES* (eine Kooperation mit den Comiczeichnern PieR Gajewski (France) und Faezal Murani (Malaysia)) erschienen: www.4wires.net www.nelebroenner.com

 

Sophie Dutertre

In Sophie Dutertres Sommerbild mischt sich etwas Unheimliches in den filigranen Zauber: So schaut die junge Frau im Bildmittelpunkt aus riesigen Augen ein wenig ängstlich auf die wunderschönen Blüten der Clematis, die sie mit ihren Schlingen, stellt man sich vor, im nächsten Moment vollständig gefesselt haben wird. Sophie Dutertre ist 1965 in Paris geboren und lebt heute in der bretonischen Hafenstadt Pornic, wo sie "den Wolken, den Gezeiten des Atlantik und den Blumen beim Wachsen zusieht". Früher hat sie viele Bücher mit Holzschnitten illustriert, zum Beispiel TC Boyles, "Mein Abend mit Jane Austen", das in der von Armin Abmeier herausgegebenen Reihe "Die Tollen Hefte" erschienen ist. Heute zeichnet sie wieder und mischt in ihre Bilder allerlei Arten von Stempeln (für die rosa Wangen des Blumenmädchens etwa ihren Fingerabdruck). Sophie Dutertre arbeitet für die Presse (Le Monde, Libération), gestaltet nach wie vor Bücher für Kinder und Erwachsene und für die 41. Ausgabe der Zeitschrift "Lapin" (herausgegeben vom Verlag l'Association) schuf sie im Februar 2010 zusammen mit Donatien Mary die Geschichte "Le 1er bal d'Emma". Inspiriert durch die Bilderbücher des 19. Jahrhunderts, die sie "gern anschaut ohne sie wirklich zu lesen", begleiten ihre Zeichnungen kurze Texte oder auch nur Zitate, wie in dem Sommerbild für LE MONDE diplomatique das fatale Bekenntnis des Blumenmädchens: "An manchen Tagen möchte ich nur den Blumen beim Wachsen zusehen."

Marko Turunen

Im Mittelpunkt von Marko Turunens Comic stehen die existentialistischen Grübeleien eines Polizisten im 30. Jahrhundert. Während "Der Round" auf seinem Motorrad zwischen futuristischen Bauwerken Streife fährt, sinniert er über den Tod, Sprachfehler und die Technik von Gute-Nacht-Küssen.

Der Illustrator und Künstler Marko Turunen lebt im finnischen Lahti, wo er auch ein kleines Verlagshaus und einen Comicbuchladen leitet. Er illustrierte verschiedene Kinderbücher, Zeitungen und Magazine. Mehr Informationen über seine Bilder finden sich unter superturunen.wordpress.com

Marijpol

Marijpol hat den 50. Comic für LE MONDE diplomatique gezeichnet: Eine Szene wie aus einem Alptraum. Zwei Sicherheitsbeamte am Flughafen lassen sich beim Durchleuchten des Gepäcks in die unbekannte Tiefe ziehen, wo sich die Gegenstände in Monster verwandeln. Die junge Künstlerin mit dem Faible für Gruseliges (mit Marginal Ink hat sie die Wände eines Turmzimmers bemalt: Uebel & Gefaehrlich) lebt und arbeitet in Hamburg. Ihre Comics erschienen in Anthologien wie Canicola, Orang oder Spring. Mehr Arbeiten und Bilder unter marijpol.blogspot.com

Kolbeinn Karlsson

Der isländisch-schwedische Künstler Kolbeinn Karlsson lebt in Uppsala nördlich von Stockholm. In seinen Comics verarbeitet er nationale Mythen, Geschlechteridentitäten, Themen rund um den menschlichen Körper und die Natur. Ein wiederkehrendes Motiv in Karlssons Werk sind bärtige Männer, die in Le Monde diplomatique zu "Mountain Men" mutiert sind. Zu dem Comic inspiriert wurde der Künstler durch die naiv-floralen Illustrationen des isländischen Volkskünstlers Sölvi Helgason (1820-1895). Im April 2010 erscheint Kolbeinn Karlssons Buch "The Troll King" bei Top Shelf Comix.
Weitere Texte (auf Schwedisch) und Bilder stehen in seinem Blog: www.pappacomics.blogspot.com

Arkadi

In "Was wäre, wenn Lenin heute leben würde" spielt Arkadi mit Originalzitaten von Lenin, die er in moderne Alltagsszenen einbaut, was zwar mitunter einen ironisierenden Effekt hat, etwa, wenn er Lenin die Attacke eines Mannes, der an einem Kaffeeautomaten verzweifelt, mit dem berühmten Satz kommentieren lässt "Elektrizität plus Rätemacht ist gleich Kommunismus". Aber selbst in dieser spielerischen Variante begreift man den Ernst der Lage: Lenins Vorstellungen wirken sehr fremd in unserer vollautomatisierten brutalisierten Welt.
Arkadi, 1973 geboren, Kindergarten, Schule, Ausbildung, Studium, lebt und arbeitet bei Weimar.

Leena Kisonen

Die Grafikdesignerin Leena Kisonen lebt und arbeitet in Helsinki. Für Le Monde diplomatique hat sie den besten Tag im Leben des kleinen schwarzen Etwas gezeichnet. Das kleine schwarze Ding erlebt sein größtes Glück, als sich ihm zufällig ein bunter Puschel überstülpt und es somit für kurze Zeit aus seinem tristen Dasein befreit. Leena Kisonen hat am Lahti Institute of Design in Finnland und an der Academy of Fine Arts in Krakau studiert. In Helsinki findet man sie in den Kolmekasi Studios. Über das kleine schwarze Etwas schreibt sie: "Ich wundere mich oft über die vielen kleinen seltsamen Dinge, die uns täglich widerfahren, und dann mache ich ein Bild daraus, so wie hier: eine Begegnung zwischen einer großen bunten Wolke und einem kleinen düsteren Wesen: The rest of the story is up to the viewer.

Birgit Weyhe

Birgit Weyhe verbrachte Kindheit und Jugend in Ostafrika. Durch regelmäßige Besuche bei der Familie ist die Verbindung nach Afrika bis heute nicht abgerissen. Viele ihrer Comicgeschichten basieren auf diesen Erfahrungen. So auch die Geschichte "Heldentum" für Le Monde diplomatique, die ein Kindheitserlebnis in Uganda aufgreift. Birgit Weyhe lebt und arbeitet als Illustratorin und Comiczeichnerin in Hamburg. Ihr erstes Comicalbum ist 2008 im Mami Verlag erschienen. Mehr unter www.birgit-weyhe.de

Pascal Rabaté

Ein Mops kam in die Bibliothek und stahl dem Leser ein Buch... In Pascal Rabatés Geschichte in drei Bildern ist es ein Comic, was der Künstler als eine Hommage an das Genre verstanden wissen will.
Pascal Rabaté ist am 13. August 1961 geboren und lebt und arbeitet in Angers. Sein erstes Buch veröffentlichte er 1989. Seither sind 30 Bücher von ihm erschienen. Künstlerisch inspiriert haben ihn die Expressionisten, zum Beispiel Max Beckmann oder Ernst Ludwig Kirchner.
Und das erkennt man hier auch an der Bildaufteilung, Farbgebung und dem kräftigen Strich. "In meinen Bildern schwanke ich immer zwischen Realismus und Groteske", schreibt er selbst.
Auf Deutsch erschien zuletzt von Rabaté im Verlag Reprodukt: "Bäche und Flüsse", siehe auch http://www.reprodukt.com/.

Stuart Kolakovic

Mittelalterliche Folklore, Aberglauben und Zauberei waren Stuart Kolakovics Inspirationsquelle für "Die Torheit des Alchimisten". Der alchimistische Traum, künstliches Gold erzustellen, birgt für den Illustrator einen besonderen Reiz: die romantische Neigung, lebenslang ein illusorisches Ziel zu verfolgen. Ganz "wie beim Zeichnen von Comics". Stuart Kolakovic lebt als freier Illustrator in den englischen Midlands ("home to Black Sabbath and Industrial pollution"). Sein erstes Comicbuch "Lichen" erscheint bei Blankslate Books. Mehr von seiner Kunst kann man unter www.stuartkolakovic.co.uk finden."

Emelie Östergren

Den Stabtanz, den eine kleine Lady auf der Glatze eines Mannes vollführt, hat sich die Zeichnerin Emelie Östergren für die Comicseite von Le Monde diplomatique ausgedacht. "Ich komme aus Schweden und mein eigenes Leben inspiriert mich. Ich versuche es in poetischen Bildern einzufangen. Die Ideen kommen ganz spontan. Dabei beeinflussen mich die Erzählweisen des deutschen Comic-Künstlers Atak, des US-amerikanischen Zeichners Edward Gorey und der Erfinderin der Mumintrolle Tove Jansson, aber noch mehr die Filme, die ich gucke. Ich erzähle gerne sehr einfache Geschichten mit offener Handlung, in denen die Bilder verschiedene Bedeutungen haben können."
Von Emelie Östergren ist auf Schwedisch und Englisch der Comicband "Evil Dress" erschienen. Derzeit arbeitet sie an einer neuen Geschichte, zu der sie sich von einem Theaterstück inspirieren ließ.

Katy Horan

Sie tragen Spitzendeckchen und haben haarige Gesichter: Die amerikanische Künstlerin Katy Horan hat für Le Monde diplomatique "einige edle Damen eines unbekannten Auftrags" gezeichnet: "Meine Comicseite ist inspiriert von den Renaissance-Porträts des europäischen Hochadels. In meinen derzeitigen Arbeiten versuche ich Welten aus aufwendigen Spitzenmustern zu schaffen. Diese bevölkere ich dann zum Beispiel mit Adelsdamen aus längst vergangenen Zeiten. Die Porträtierten übersetze ich allerdings in die bizarre Welt meiner rätselhaften Spitzendamen."
Katy Horan hat an der Rhode School of Design Illustration studiert und lebt und arbeitet in Austin, Texas. Auf Katy's Homepage gibt es viele Kostproben ihrer gezeichneten Klöppelarbeiten. www.katyart.com

Marc Bell

Die leicht absurde, aber doch liebevolle Bildergeschichte von Marc Bell beschreibt den Alltag von "Abnehmbarer Nase" und seinem Partner Carl, ihren morgendlichen Pfannkuchen und einer Frühlingsrolle, die auf Stäbchen hockt.
Marc Bell wurde 1971 in London geboren und lebt in Kanada. Er ist der Autor von Shrimpy and Paul and Friends. Seine Comics erschienen in vielen kanadischen Wochenzeitungen. Er arbeitet regelmäßig u.a. für das Vice Magazin und L.A. Weekly und veröffentlichte mehrere Bücher. Im Oktober erscheint sein neues Buch HOT POTATOE im Verlag Drawn & Quarterly (www.drawnandquarterly.com). Weitere Arbeiten finden Sie unter: www.adambaumgoldgallery.com

Volker Pfüller

Im ersten Bild von Volker Pfüllers handgezeichnetem Comic für Le Monde diplomatique sieht man nur einen schwarzen Fleck, denn: "Morgens früh um sechs macht der Dichter einen Klecks", klar. Auf der linierten Seite eines gelben Schulhefts reimt es sich dann bis zum bitteren Ende in Schreibmaschinenschrift weiter, illustriert von komischen Bildern in Tusche, Wachsmalfarbe und Tinte.

Volker Pfüller entwirft seit vierzig Jahren Bücher, Plakate, Bühnenbilder und Kostüme und lehrte unter anderem an der Leipziger Kunsthochschule Illustration und an der Kunsthochschule Berlin Weißensee Bühnbild. Er lebt und arbeitet in Berlin und in der Uckermark. www.grafikbrief.de

Tin Can Forest

Inspirationsquelle für den Comic war unser Interesse an Folkore und Mythologie und unsere fortlaufenden Nachforschungen in diesem Bereich. Die Erlebnisse eines Winterurlaubs, den wir auf einem Biobauernhof auf Saltspring Island verbrachten, beeinflussten den Comic ebenso: die Mondscheinnächte, ein Schwarm Krähen im nahen Wald und eine Herde wilder Ziegen auf dem benachbarten Saturna Island ließen die Art Bilderbuchfantasien entstehen, die zentraler Punkt unserer Kunst und Animationen sind. Während unserer Spaziergänge im üppigen Regenwald entdeckten wir häufig Hütten, die aus Zweigen gebaut waren und bisweilen enorme Ausmaße hatten. Wir stellten uns vor, dass dies des Teufels Sommer-Zeltplatz wäre, den er aufsuchte, wenn es ihm unten in der Hölle zu heiß und feucht würde.

Pat Shewchuk und Marek Colek arbeiten gemeinschaftlich unter dem Namen Tin Can Forest und leben zeitweise in Toronto, zeitweise anderenorts (wo auch immer es sie im Lauf der Zeit hinverschlägt). Sie arbeiten hauptsächlich als Animationsfilmer, aber ebenso als Grafiker, Comiczeichner und Maler. Mehr zu Tin Can Forest finden Sie unter tincanforest.com

 

Hanneke van der Hoeven

Hanneke van der Hoeven ist Malerin, Zeichnerin und Schriftstellerin. Sie veröffentlichte zahlreiche Bücher und lebt zur Zeit in Berlin. www.xs4all.nl/~ietjes
Die Seite in Le Monde diplomatique ist ein Unikat, das als Kombination von Siebdruck und Zeichnung eigens für diese Zeitung angefertigt wurde. Sie steht im Zusammenhang mit dem Buch "BrandMauerEngel" (edition wasser im turm.berlin), einer gemeinsamen Arbeit von Hanneke van der Hoeven und corn.elius. Corn.elius ist Künstler, Siebdrucker und Verleger von Künstlerbüchern.

 

Carolin Löbbert

"Alles ist Zahl" heißt der Comic der jungen Künstlerin Carolin Löbbert: "Das Jahr 2008, welches zum Jahr der Mathematik erklärt wurde, hatte mich dazu angeregt. Nahezujeder Winkel der Erde ist vermessen und in Zahlen katalogisiert. Mich hat die Omnipräsenz der Zahlen neugierig gemacht und dazu angeregt, dieses Thema einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten." Carolin Löbbert hat in Hamburg und Straßburg studiert und lebt heute in Hamburg. Mehr Bilder und Zeichnungen unter www.carolinloebbert.de

 

Dorothea Huber

Pink sollte die Welt sein - findet ein deprimierter Herr und macht sich damit das Leben schwer. Ärztliche Hilfe ist schnell gefunden, doch sind damit auch all seine Probleme gelöst? In subversiven Texten und detailfreudigen Bildkompositionen erforscht Dorothea HuberPink die Untiefen der menschlichen Psyche - subtil und verfremdend, aber immer mit einem unverkennbaren Humor. Dorothea HuberPink hat an der HAWK Hildesheim Grafikdesign studiert und lebt und arbeitet als Illustratorin in Berlin. Sie illustriert für Zeitschriften und Verlage. 2008 erschien bei der Büchergilde Gutenberg Alexandre Dumas "Kapitän Pamphile" mit 28 farbigen Illustrationen. Ihre Arbeiten wurden unter anderem vom Art Directors Club ausgezeichnet. Mehr Bilder unter www.dorohuber.de

 

Jakob Hinrichs

Der Künstler erklärt sein Werk: "Willkommen in Der Automatischen Welt! Der großformatige Scherenschnitt ist ein Ein-Bild-Comic, den man von außen nach innen und gegen den Uhrzeigersinn lesen kann. Er zeigt eine wilde Szenerie, in der Natur und Maschine in einander übergehen, in der Funken sprühen, Explosionen knallen und dennoch der Kreislauf der Dinge scheinbar friedlich seinen Gang nimmt. Aber genug geredet: Ziehen Sie die Maschine auf und sehen Sie selbst!" Der Illustrator Jakob Hinrichs hat an der Universität der Künste Berlin und an der Universidad del Pais Vasco, Bilbao studiert. Seine Arbeiten wurden bereits in großen Zeitungen und Magazinen abgedruckt, z. B. im Guardian und der ZEIT. Seine freien Arbeiten waren im letzten Jahr u. a. in einer mit der Künstlerin Katia Fouquet gemeinsam kuratierten Ausstellung im Goethe-Institut Madrid sowie in einer Gruppenaustellung in der Siguaraya-Galerie in Berlin zu sehen. Weitere Arbeiten finden Sie auf www.jakobhinrichs.com

 

Hans Ticha

Der einzige Pop-Art-Künstler der DDR, Hans Ticha, zeigt in seiner Illustration auf der Comicseite von Le Monde diplomatique, was uns im Mega-Wahljahr 2009 erwartet: Viel Gerede, große Gesten und am Ende doch nur Fragezeichen. Hans Ticha stammt aus Böhmen, studierte in Berlin Bildende Kunst und gehörte zu den wichtigsten Buchillustratoren der DDR. Nach der Wende zog er in den Westen. Seine Illustrationen, wie etwa zu Ernst Jandls "aus dem wirklichen leben" (2000) und "Flüchtlingsgespräche" (1998) von Bert Brecht, wurden mehrfach ausgezeichnet. Hans Ticha nahm außerdem an der 44. Biennale in Venedig teil. Ausführliche Biografie unter: www.ostdeutsche-kunstauktionen.de

 

Gosia Machon

Als die Illustratorin Gosia Macho anfing, den Dezembercomic für Le Monde diplomatique zu zeichnen, fiel der erste Schnee: "Ich begab mich auf die Suche nach einem Text zum Thema Winter und stieß auf ein wunderschönes Gedicht von Heinrich Heine. Assoziativ versuchte ich das Surreale im Traum darzustellen, in dem sich Wirklichkeit und Sehnsucht vermischen. Ein Gegenstand, eine Handlung, ein Wort, eine Farbe - ähnlich wie in einem Gedicht können nur wenige Elemente ausreichen um Geschichten unterschiedlicher Art beim Leser entstehen zu lassen." Gosia Machon hat ihre Bilder in Ausstellungen in Berlin, Paris und Kyoto gezeigt. Ihre aktuellsten Arbeiten "Hintergärten" wurden kürzlich vom Mami Verlag in Hamburg veröffentlicht. 2007 erschien beim französischen Verlag éditions �tre das Bilderbuch "Jeux Étranges". www.gosiamachon.de

 

Olivier Schrauwen

Die Comicseite hat der Belgier Olivier Schrauwen für Le Monde diplomatique gestaltet: "Bei der Kulisse habe ich mich von den Tarzan-Filmen mit Johnny Weissmuller inspirieren lassen. Der Comic zeigt ein Ehepaar bei einer Bergtour im Dschungel. Ihre Route bestimmt das Format. Je höher sie klettern, desto kleiner werden die Bilder. So entsteht auf der Seite ein umgedrehter Berg." Olivier Schrauwen wurde vor 30 Jahren in Brügge geboren, studierte Comic und Animation und lebt heute in Berlin. Auf Deutsch ist von ihm "Mein Junge" (Reprodukt 2008) erschienen. Darin verwendet er einen Zeichenstil, der an den klassischen US-amerikanischen Comicstrip erinnert. Mehr Bilder unter ollieschrauwen.blogspot.com

 

Lisa Röper

Es brennt, es brennt, der Börsenbär ist los! Das mächtige Tier, Sinnbild der Baisse, verschlingt eine Heuschrecke nach der anderen. Als Nächstes ist der Bulle dran, Sinnbild der Hausse. Diesen plakativen Comic zur Finanzkrise hat Lisa Röper für Le Monde diplomatique gezeichnet. Lisa Röper, Jahrgang 1982, hat an der Kunsthochschule Kassel Visuelle Kommunikation studiert und ist Mitbegründerin des Verlags rotopolpress, in dem 2008 ihre Abschlussarbeit "Polarreise" erschienen ist. www.polarreise.net

 

Line Hoven

Line Hoven lebt und arbeitet als Illustratorin und Comiczeichnerin in Hamburg. Ihre Geschichten kratzt sie aus schwarzem Schabkarton. "Kiss of the bee" ist inspiriert von dem Homecoming-Auftritt der Band KISS in der kleinen Stadt Cadillac, Michigan im Jahr 1975, als sich eine ganze Stadt zu Ehren der Idole schminkte und kostümierte. Line Hovens Comic-Album "Liebe schaut weg" ist 2007 bei Reprodukt erschienen. www.linehoven.de

 

Bernard Granger (BlexBolex)

Bernard Granger ist 1966 in Nordfrankreich geboren. Seine ersten Bücher, seit 1992 unter dem Pseudonym Blexbolex, produzierte er in seiner eigenen Druckwerkstatt. Seit sieben Jahren arbeitet er als Illustrator für Zeitungen und Buchverlage. Sein erstes ins Deutsche übersetzte Comicbuch erschien 2007: "Die Reise nach Abecederia" (Tolle Hefte Nr. 29, ediert von Armin Abmeier, Büchergilde Gutenberg). Wenn er Zeit hat, druckt er seine Bücher immer noch am liebsten in der eigenen Werkstatt. Für Le Monde diplomatique hat er den Sinnspruch "Vita brevis, ars longa" umgedreht. Hier ist der Künstler ein Bombenbauer. Lesen Sie die Hommage des Künstlerkollegen Atak für Blexbolex hier: www.fcatak.de/daten/show/12magazin/pdf/06_10.pdf

 

Gianni Gipi

Der italienische Künstler Gipi denkt in seiner Comicgeschichte für Le Monde diplomatique über das Gift der Paranoia nach. Sind die Erinnerungen an eine wilde Jugend noch in zartem Aquarell hingetuscht, so wird die gegenwärtige Verhärtung in schwarz-weißer Tinte illustriert. Gipi ist in Pisa aufgewachsen. Seit den 1990er Jahren veröffentlicht er seine, häufig autobiographisch gefärbten, Zeichnungen in verschiedenen italienischen Zeitungen und Zeitschriften. 2006 erschien von ihm die Comicgeschichte "Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte" (Avant-Verlag), die mehrfach ausgezeichnet wurde. Mehr von Gipi (auf Italienisch): giannigipi.blogspot.com

 

Katia Fouquet

Es gibt noch freien Raum in der "Kartographie des Herzens" der Comic-Künstlerin Katia Fouquet. Platz ist zum Beispiel gleich unter der Hoffnung, die von einem Gärtner gewässert wird. Doch das Gelände wird von privatem Sicherheitspersonal in Raumanzügen streng bewacht: "Mir gefällt die Vorstellung, das kleine Wesen und Situationen mein Innenleben bewohnen und manchmal ganz autonom agieren," sagt die Zeichnerin." "Die collagenhafte Anmutung soll darauf hindeuten, dass die Elemente der Karte sich verändern könnten, andere könnten dazukommen wieder andere verschwinden." Katia Fouquet hat an der Universität der Künste Berlin Visuelle Kommunikation studiert. Sie lebt in Berlin und arbeitet seit 2003 als freie Illustratorin und Zeichnerin für diverse Magazine, Verlage und Ausstellungen. www.katiafouquet.com

 

J Otto Seibold

Der amerikanische Comic-Künstler J Otto Seibold hat für Le Monde diplomatique aus Figuren und Textschnipseln ein Porträt der USA im Wahljahr 2008 gezeichnet. J Otto Seibold zitiert in seinem Werk den US-amerikanischen Präsidenten, Kritiker und Aktivisten. Wussten Sie beispielsweise, dass das Buch, das George W. Bush Grundschülern aus Floridas vorlas, als ihn die Nachricht von den Anschlägen auf das WTC erreichte, "My Pet Goat" hieß? Oder dass Naomi Klein das Ergebnis der Wahlen im Irak 2005 als "purple finger", also Stinkefinger, gegenüber den USA bewertete? Mehr über J Otto Seibold finden Sie unter www.jottodotcom.com

 

Henning Wagenbreth

Der Graphiker Henning Wagenbreth hat eine gute Lösung gefunden, den täglichen Wortschwall aus Nachrichten zu verarbeiten. Er zerlegt sie einfach - wie im Comic für Le Monde diplomatique: "Die Illustration wurde mit dem automatischen Illustrationssystem �tobot� erstellt. �tobot� zerschneidet die Welt der Bilder und Texte in kleinste Bestandteile und setzt die Fragmente nach verschiedenen Regeln wieder zusammen. Die Ergebnisse sind oft absurd, paradox und komisch, stehen aber damit den verschiedenen Erscheinungsformen von Politik in nichts nach." Henning Wagenbreth studierte an der Kunsthochschule Weissensee in Ostberlin. Vor dem Fall der Berliner Mauer unterstützte er verschiedene Bürgerbewegungen in der DDR mit seinen Plakaten. Seit 1994 ist er Professor für Illustration im Studiengang Visuelle Kommunikation an der Berliner Universität der Künste. Für seine Plakate und Buchillustrationen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. www.wagenbreth.de

 

Nadia Budde

Nadia Budde hat ein Comicalbum zusammengestellt, das die manchmal beabsichtigte, manchmal unfreiwillige Mimese von Menschen, Tieren und Dingen abbildet. Nadia Budde hat an der Kunsthochschule Berlin Weißensee Grafik-Design studiert und schreibt und malt Kinderbücher. Für "Eins zwei drei Tier" wurde sie im Jahr 2000 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Ihr neuestes Buch "Such Dir was aus, aber beeil Dich!" erhielt im Juni 2009 den "Luchs des Monats" Nr. 268. www.nadiabudde.de

 

Franziska Schaum

Simsen gilt vielen als Kommunikations-Verwahrlosung. Doch die Illustratorin Franziska Schaum sieht darin kreatives Potential: "Das Senden von SMS ist für mich moderne Lyrik. Spannend finde ich, herkömmliche Gestaltungstechniken wie den Holzschnitt mit neuen Ausdrucksformen zu verbinden. Menschliche Beziehungen sind im Moment das wichtigste Thema, mit dem ich mich beschäftige. Denn damit hat alles andere zu tun, davon gehen alle Befindlichkeiten aus."
Franziska Schaum lehrt an der HAWK Hildesheim im Bereich Illustrative Grafik und gibt Comic-Kurse für die "Renate Comicbibliothek" in Berlin. www.schaum.tv

 

M tom Dieck

Für Le Monde diplomatique musste sich der Hamburger Zeichner Martin tom Dieck einer Herausforderung stellen: "Da ich meistens in längere Projekte verstrickt bin, ist das Format einer Seite selten eine einfache Aufgabe. Bei einem Restaurantgespräch mit Herrn und Frau Huber war dann die Erwähnung des natürlichen Schutzes der Samenbank durch Eisbären die Initialzündung für diese kleine Fantasie. Die überraschend vielen Motive zogen sich schön flott zusammen- so die Verbindung von Melancholie mit der Lakonie des Natürlichen." Martin tom Dieck hat mehrere Bücher veröffentlicht - u.a. "Hundert Ansichten der Speicherstadt" (Edition Moderne) und, in Zusammenarbeit mit dem Journalisten und Autor Jens Balzer, "Salut, Deleuze!" sowie "Neue Abenteuer des unglaublichen Orpheus (Die Rückkehr von Deleuze)" (beide Arrache Coeur Verlag). Seine Illustrationen erscheinen außerdem in Zeitungen und Zeitschriften. www.mtomdieck.net

 

Mark Marek

Für Le Monde diplomatique hat der amerikanische Künstler Mark Marek eine Geschichte seiner Lieblingsfigur Dirty Father Harry gezeichnet. "Ich wurde katholisch erzogen, daher stammt die Inspiration für Dirty Father Harry. Ich habe ihn ursprünglich für das Rolling Stones Album Dirty Work erfunden, damals in den 80ern. Allerdings hat die Rechtsabteilung von CBS Records kalte Füße bekommen. Ich habe mir dann etwas anderes ausgedacht. Aber ich mochte die Figur sehr. Einige Comicstrips erschienen später im Satiremagazin National Lampoon, bis auch deren Rechtsabteilung nervös wurde."
Mark Marek hat viele Jahre als Comiczeichner und Illustrator gearbeitet. Mittlerweile macht er lieber Animationen. Auch Dirty Father Harry gibt es schon animiert auf der Homepage des Künstlers - inklusive Soundtrack. www.markmarek.org

 

Claudia Pfeiffer

Den eigenen Hund zu mästen, ist strafbar. Jedenfalls in England. Folgende Meldung dazu in den BBC News hat die Grafikerin Claudia K. Pfeiffer zu unserem Comic des Monats inspiriert: "Weil ihr schwarzer Labrador deutlich zu fett war, sind zwei englische Hundebesitzer zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Wegen der 'Verursachung unnötiger Leiden' müssen die 52 und 63 Jahre alten Brüder aus der ostenglischen Grafschaft Cambridgeshire umgerechnet 730 Euro Strafe zahlen. Ihr 10 Jahre alter Rusty wog fast 75 Kilo - etwa das Doppelte des Normalgewichts."
Claudia K. Pfeiffer arbeitet freiberuflich in Berlin (als Grafikerin bei der taz) und Amsterdam. 2006 erschien das von ihr illustrierte Buch "Dance Now" (Random). Für die taz hat sie das Buch extrablatt (taz Verlag 2004) gestaltet. Kontakt: ckp377@web.de www.ckp-design.de

 

Jan Kruse

Gut gegen Böse heißt die Bildergeschichte, die das Label "human empire" für Le Monde diplomatique gestaltet hat. Vor drei Jahren haben Jan Kruse, Malte Kaune und Wiebke Schultz den Kampf gegen das Böse in der Welt aufgenommen. Sie gründeten in Hamburg das .human empire" und zwei Jahre später im Schanzenviertel einen Laden, wo sie ihre T-Shirts, Poster, Aufkleber und andere Waren aus der Popkultur anbieten, deren Motive von einer besseren, freundlicheren, friedvolleren und farbenfrohen Welt künden. www.humanempire.com

 

Stephanie Wunderlich

Es gibt den idealen Tod, findet die Illustratorin Stephanie Wunderlich. Der alte Mann in ihrer Geschichte stirbt im Bewusstsein, alles erlebt zu haben: Leid, Leidenschaft und Mutterliebe. Stephanie Wunderlich ist gelernte Grafikdesignerin und lebt in Hamburg. Sie arbeitet für internationale Magazine, Zeitungen und Verlage. Seit Herbst 2006 unterrichtet sie an der Muthesius Hochschule in Kiel. Für ihre Scherenschnitt-Collagen arbeitet sie mit Skalpell und Klebstoff, inspiriert vom Papierschnipsel-Chaos auf und unter ihrem Tisch, Folk-Art und den Zeichnungen ihrer Töchter. www.wunderlich-illustration.de

 

Keith Jones

Versuche mit Radium, telepathisches G.P.S., eine Versteinerung, die mit einem Allzweckstab gelöst werden kann - die Comicgeschichte, die der Kanadier Keith Jones für Le Monde diplomatique gezeichnet hat, spielt in einer unheimlichen Zukunft. Gut zu wissen, dass es dort wenigstens noch Hot Dogs und Besäufnisse gibt.
Der Künstler über sich: "Keith Jones lives here and there and spends his days drawing, drinking coffee, riding bikes and eating toast. He has a book titled Bacter Area published by Drawn and Quarterly available and currently is working on a new book called Fun and Games with Chips and Pop". www.nobodyland.com

 

Dan James

Richtig fair begegnen sich Mensch und Tier nicht in der Comiczeichnung des amerikanischen Künstlers Dan James alias Ghostshrimp. Die Geschichte, die er in vier Spotlights erzählt, handelt von Angriffen aus dem Hinterhalt und Schüssen in den Rücken. Schwer verwundet rauchen Bär und Indianer schließlich die Friedenspfeife.
Der Künstler über sich: "dan james is a ghostshrimp. he lives in a tree and shoots bears with arrows. he drinks coffee. he draws illustrations. in his free time he builds secret cabins and solar panels. he also throws up when he is sick. please visit www.ghostshrimp.net for more information."

 

Nora Krug

Vor wenigen Jahren tauchten auf den Philippinen greise japanische Soldaten auf, die behaupteten, seit dem Zweiten Weltkrieg dort versteckt zu leben. Die britische Tageszeitung Times berichtete davon im Mai 2005.
Die Illustratorin Nora Krug hat für Le Monde diplomatique diese Geschichte vom Durchhalten gezeichnet. Ihre Bilder erscheinen regelmäßig in der New York Times, der Los Angeles Times und im Guardian. www.nora-krug.com

 

Jens Bonnke

Der in Paris geborene Berliner Illustrator Jens Bonnke durchforstete für Le Monde Diplomatique seine Kuriositätensammlung typisch deutscher Phänomene. Einige davon veranschaulicht er dem geneigten Frankophonen als Abbildungen einer ABC-Fibel - sein persönliches "Petit alphabet allemand": Herr und Frau Gesichtswurst beim T�te-�-t�te in der Fleischtheke. Nosferatu-Mime Max Schreck trifft Langneseklassiker Ed von Schleck. Wunde Hacken nach jedem Gang zum Supermarkt. Hanseatisches Understatement beim blutigen Missgeschick eines Messerjongleurs. Wir sind gespannt, welche vier Buchstaben im nächsten Teil der Reihe zu sehen sein werden. B für Bonanzarad? Oder Z für Zurrgurt? Oder gar K für Klotzbewitterung? Jens Bonnke hat an der Berliner Hochschule der Künste studiert und lehrt Illustration in Berlin und Leipzig. Sein Bilderbuch "Schräger Vogel, krummer Hund" (Hinstorff, 2008) erschien kürzlich in einer französischen Fassung unter dem Titel "Oiseaux penchés, chiens tordus" bei �tre Éditions. www.jensbonnke.de

 

Amanda Vähämäki

Internetforen ziehen einsame Seelen an. Aber ob Hilferufe übers Netz bemerkt werden, lässt sich schwer sagen. Der verzweifelte Mann im Comic der finnischen Zeichnerin Amanda Vähämäki versucht es trotzdem und verschickt traurige Smileys an seine virtuelle Gemeinschaft. Zuvor hat er im Alkoholrausch sein Pferd und treuesten Begleiter in den einsamen finnischen Wäldern zugrunde gerichtet.
Die Künstlerin Amanda Vähämäki lebt in Finnland und Italien. Während ihres Studiums in Bologna schloss sie sich "Canicola", einem Künstlerkollektiv mit gleichnamigem Comicmagazin an. 2005 veröffentlichte sie ihr erstes Buch "Campo die Bab�" (Das Brötchenfeld), eine moderne Version von "Alice im Wunderland", für das sie 2005 beim Fumetto-Festival den ersten Preis bekam.

 

Katja Tukainen

Die Wiedergeburt hat ihre Tücken. Mit einem schlechten Karma endet sie für den gläubigen Hindu auf einer niedrigeren Daseinsstufe und entfernt seine Seele weiter von der Erlösung. Für den kastenlosen Bevölkerungsteil Indiens, der auf der untersten gesellschaftlichen Ebene sein Leben fristet, birgt sie wohl eher Chancen als Nachteile. So erzählt die finnische Comic-Künstlerin Katja Tukiainen in ihrer Zeichnung "Die Kastenlosen" von ersten Verwirrungen nach der Wiedergeburt, aber auch von paradiesischen Zuständen im neuen Leben.
Die Zeichnerin und Videokünstlerin Katja Tukainen lebt in Helsinki und veröffentlicht ihre Geschichten regelmäßig in finnischen Magazinen. Zuletzt ist ihr gezeichnetes Indien-Tagebuch in dem Sammelband "L'Association en Inde" Paris (L'Association) 2006 erschienen. www.katjat.net

 

CX Huth

In der Comic-Erzählung "Das Erfolgsmodell - eine Geschichte über die Vorteile des Clonens" von CX Huth erscheinen nicht nur eine komplette Band und ihr Tourmanager auf der Bildfläche, sondern praktischerweise auch Massen von begeisterten Fans. "Qualität setzt sich durch", so sein simpler Schluss.
Die Vorteile des Kopierens zeigten sich auch bei der Entstehung der Bildergeschichte. Die Copy-Paste-Funktion seines Computers leistete dem Grafiker CX Huth dabei nützliche Dienste - zu erkennen am Personal und einigen Ornamenten. CX Huth arbeitet als Illustrator, Maler und DJ in Berlin und ist Mitbegründer des Kunst- und Comicmagazins Renate. Im Verlag Zyankrise sind von ihm .Le petit fonte" und ein "Schokoriegel"-Heft mit dem Titel "Käthe und Kruse" (beide 1994) erschienen. "Das 23 fünf acht neun" (2001) und der Band "Hasenhäschen, nur für Gute" (2005) wurden bei Reprodukt verlegt. Kontakt über CXhuth@gmx.net

 

Elvis Studio

Die Zusammenarbeit der beiden Comic-Künstler Helge Reumann und Xavier Robel gleicht einem Zweikampf auf Papier. Seit 1999 treten der Schweizer Grafiker und der kanadische Illustrator als Duo unter dem Namen "Elvis Studio" auf und fertigen Wimmelbilder an, wie in "Elvis Color" für Le Monde diplomatique: Das alltägliche Grauen erscheint auf mehreren Stockwerken, nicht selten kommen Messer zum Einsatz, und was als Komfort Hotel getarnt ist, entpuppt sich als Tor zur Unterwelt.
Reumann und Robel leben und arbeiten in Genf. Ihr erstes gemeinsames Werk ist das sechs Meter lange Bild "Elvis Road" (Pipifax, 2002). "Elvis Studio" ist auch ein Plattenlabel, auf dem die beiden Zeichner ihre Lieblingsbands vorstellen.

 

Anke Feuchtenberger

"Supertraene" heißt eine der neueren Figuren von Anke Feuchtenberger. Für Le Monde diplomatique hat die gelernte Grafikerin exklusiv eine Szene aus dem Leben der gestiefelten Katzenfrau gezeichnet. In der Bilderzählung "Identita" steht die Heldin eines Tages ihrem zahnlosen Vermieter gegenüber, was auch ihren Hund lächeln lässt.
Aufgewachsen ist Anke Feuchtenberger in Ostberlin. Seit 1997 ist sie Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Eine ihrer bekanntesten Figuren ist die Hure H, deren Geschichten bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden, siehe: "Die Hure H wirft den Handschuh" (Text von Katrin de Vries, Reprodukt, Berlin). www.feuchtenbergerowa.de - www.kunstvereinruesselsheim.de

 

Max Andersson

Johnny Gun kann nicht anders. Seine Zuneigung äußert sich in wilden Schießereien. Deshalb ist seine Freundin Gloria auch schon ziemlich durchlöchert. "Pistolen-Johnny & Gloria" heißt die Comic-Geschichte über eine explosive Beziehung, die der Schwede Max Andersson gezeichnet hat. Neben Johnny Gun bevölkern Pixy, der abgetriebene Fötus, Car-Boy und Wreck-Boy, zwei kleine Jungen mit Autoköpfen und Reifenohren, die Bilderwelt des Comic-Künstlers.
Max Andersson studierte Kunst in Stockholm und anschließend Filmproduktion in New York. Viele seiner Kurzfilme wurden mit internationalen Filmpreisen geehrt. Auf Deutsch erschien 2004 von Andersson und Lars Sjunnesson "Bosnian Flat Dog" im Verlag Reprodukt. www.maxandersson.com

 

Matti Hagelberg

Schneewittchen kennt jeder, und die Zahl sieben lässt an die Anzahl der Zwerge denken, bei denen die blasse Schönheit mit den blutroten Lippen Zuflucht findet. Der finnische Comiczeichner Matti Hagelberg, der seine Bilder mit einem Teppichmesser aus Karton schabt, hat die Zwerge durch japanische Schwertkämpfer ersetzt und erzählt in vier rasanten Bildern die Geschichte von "Schneewittchen und den 7 Samurai". Natürlich entscheidet sich die Heldin am Ende auch gegen den Prinzen, schließlich hören ihre neuen Kumpels die bessere Musik. Hagelbergs Schneewittchen-Adaption stammt aus dem letzten Band einer Trilogie, nach "Holmenkollen", Band I, und "Kekkonen", Band II (benannt nach Finnlands Altpräsident, und der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde). www.strapazin.ch

 

Jörg Liebsch

Bei Licht betrachtet sind diese Schattenboxer ihr Geld nicht wert. Es handelt sich um kleine, schwächliche Gestalten, die man im Jutebeutel nach Hause tragen kann und die im entscheidenden Moment schlapp machen. "Pech" heißt die Geschichte, die Jörg Liebsch für Le Monde diplomatique gezeichnet hat. Auf seiner Homepage bietet der Berliner Grafiker und Illustrator dagegen eine Reihe von wahren Muskelmännern und strammen Athleten wie George Foreman oder Franz Beckenbauer - Letztere zum Ausdrucken und Sammeln. Jörg Liebsch studierte an der Berliner Hochschule der Künste Visuelle Kommunikation und ist seither freischaffend tätig. Zu seinen Projekten gehört auch der Knetmännchen-Film "Gefahr im Tal der Affen". Siehe www.joergliebsch.com

 

Herr Huber

Markus Huber, der sich auch "Herr Huber" nennt, zeichnet Bildergeschichten, die "so rätselhaft wie das Leben selbst" sind. Seine Comics erscheinen in namhaften Comic-Magazinen. Außerdem hat er in dem Heft "Nichts von Bedeutung" (erschienen bei Edition Moderne, Zürich 2002) Popsongs einer Hamburger Band illustriert und damit gezeichnete Videoclips geschaffen. www.herrhuber.com

 

M. S. Bastian

Mit "Bastropolis", der Vision einer Stadt, hat der Schweizer M.S. Bastian eines seiner typischen Wuselbilder geschaffen. Bastian ist gelernter Tiefbauzeichner und besuchte die Fachklasse für Grafik an der Schule für Gestaltung Biel. 1986 gründete er die Galerie Polstergruppe mit (später Kunstmuseum Biel). Nach mehreren Auslandsaufenthalten und einer Weltreise lebt und arbeitet M.S. Bastian heute wieder in Biel. Seine Zeichnungen und Illustrationen erscheinen in überregionalen Zeitungen und Magazinen.

 

Holger Fickelscherer

"Die meisten Arten sind verschwunden, bevor sie entdeckt werden", stellen die eifrigen Forscher im Comic des Berliner Künstlers Fickelscherer fest. Der Zeichner mag Ähnliches für sein Künstlerkollektiv befürchtet haben, das sich noch kurz vor dem Mauerfall in Ostberlin gegründet hatte. "Glühende Zukunft" nannte sich die "Produktionsgemeinschaft des Handwerks", kurz PGH, voller Hoffnung. Die Gruppe, zu der neben Holger Fickelscherer auch Anke Feuchtenberger, Henning Wagenbreth und Detlef Beck gehören, verbindet Grafik und Illustration mit der Erzähltradition des Comics. Von Fickelscherer erschien beim Verlag reprodukt 1994 der Band "Fegefeuer".
Holger Fickelscherer wurde 1966 in Berlin geboren, lernte Buchbinder und lebt seit 1988 als freiberuflicher Illustrator in Berlin.

 

ATAK

Im Jahr 1910 widmete Gertrude Stein ihrer Lebensgefährtin Alice B. Toklas eine Geschichte: Aus "Ada" hat der Künstler und Illustrator ATAK einen Comic komponiert, den Armin Abmeier im Jahr 2005 als Tolles Heft No. 25 in der Büchergilde Gutenberg veröffentlichen ließ. ATAK hat für Le Monde diplomatique daraus eine Zeitungsseite zusammenstellt.
ATAK wurde 1967 in Frankfurt an der Oder geboren. 1989 gründete er gemeinsam mit CX Huth, Peter Bauer und Holger Lau die Comic-Gruppe und das Comic-Magazin "Renate". Heute lebt und arbeitet ATAK als freier Künstler in Berlin. Seine Werke wurden bereits unter anderem in Paris, Helsinki und Zürich ausgestellt. Mehr Informationen unter www.fcatak.de

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